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B3: Inanspruchnahme und Rekultivierung von Garzweiler

Entscheidungssatz 5: Inanspruchnahme und Rekultivierung von Garzweiler

Bei der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Tagebaus Garzweiler I sind die Belange der Stadt Jüchen hinsichtlich zeitnaher städtebaulicher Entwicklungsoptio

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B5: Anpassung der Rekultivierung

Entscheidungssatz 7: Anpassung der Rekultivierung

Es hat eine möglichst hochwertige und nachhaltige Rekultivierung der bergbaulich in Anspruch genommenen Flächen zu erfolgen.

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B4: Neue Abbaugrenzen, Erhalt von Wald und Morschenich

Entscheidungssatz 6: Neue Abbaugrenzen, Erhalt von Wald und Morschenich

Die neuen Abbaugrenzen des Braunkohlenplans Hambach sind ohne eine Inanspruchnahme der Ortschaft Morschenich, des Hambacher Forstes, des Merzenicher Erbwalds und des Waldgebiets westlich des FFH-Gebietes „Steinheide“ zu planen. Die neue Tagebauplanung soll eine angemessene Vernetzung der Wälder ermöglichen und das Artenschutzkonzept für den Tagebau fortschreiben.

Regionalplanerische Festlegungen und forstfachliche, naturschutzfachliche und landschaftspflegerische Maßnahmen sollen Erhalt und Entwicklung der Wälder unterstützen. Planungen oder Maßnahmen, die sie in ihrem Bestand gefährden können, sind auszuschließen.

Die Flächen im südlichen Bereich des bisherigen Abbaufeldes des Tagebaus Hambach umfassen im Wesentlichen die Ortschaft Morschenich (Gemeinde Merzenich), die weitgehend zurückgebaute Ortslage Manheim (Stadt Kerpen), etwa 650 ha Wald- und Forstflächen sowie landwirtschaftliche Nutzflächen. Auf den (verbliebenen) Hambacher Forst entfallen dabei ca. 200 ha. Dieses Waldstück wird entgegen der bisherigen Bergbauplanung nicht mehr bergbaulich in Anspruch genommen und bleibt erhalten. Dasselbe gilt für den Merzenicher Erbwald und das an das FFH-Gebiet „Steinheide“ angrenzende Waldstück sowie die Ortschaft Morschenich.  

Die Restfläche des Hambacher Forstes befindet sich in einem erhaltenswerten Zustand. Es sind daher Maßnahmen zu entwickeln, die eine gute Ausgangsbasis für seinen dauerhaften Erhalt sichern. Das Ökosystem im Hambacher Forst muss sich dabei erholen und wieder einen Lebensraum für geschützte Tier- und Pflanzenarten bieten können. Um die Waldfunktionen des Hambacher Forstes langfristig zu entwickeln und zu sichern, ist er mit den anderen beiden Wäldern zu vernetzen. Dazu sollen insbesondere Verbindungsflächen bzw. ökologische Trittsteine zwischen Hambacher Forst, Merzenicher Erbwald und der Steinheide hergestellt werden. Bis zur Umsetzung langfristiger Maßnahmen kommen temporäre Grünstrukturen zur Stützung der Waldgesundheit in Frage. Dies kann zudem über die Gestaltung des künftig herzustellenden Seerandes bzw. der Seeböschungen unterstützt werden. Der Saumbereich des durch das Tagebauvorhaben freigestellten Waldrandes sollte im Rahmen des Wiedernutzbarmachungskonzeptes zu einem naturnahen Waldrand entwickelt werden. Ebenfalls könnten Flächen, die im Wege des Artenschutzes von der Bergbautreibenden angelegt wurden, einen Beitrag leisten. Mit der aufgrund der Änderungen mit dem Erhalt des Hambacher Forstes erfolgenden Fortschreibung des Artenschutzkonzeptes sollte aber auch in den Blick genommen werden, ob der Umfang der bereits umgesetzten und ggf. noch vorgesehenen Artenschutzmaßnahmen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen weiterhin geboten ist. Dabei ist nicht davon auszugehen, dass die bereits hierfür genutzten Flächen wieder in eine landwirtschaftliche Nutzung zurückgeführt werden. Vielmehr sollten begonnene und/oder abgeschlossene, aber keinem Eingriff mehr zuzuordnende Maßnahmen für künftige Kompensationsverpflichtungen genutzt werden, um weitere Inanspruchnahmen landwirtschaftlicher Flächen zu vermeiden. Darüber hinaus sollten im derzeitigen Tagebauvorfeld liegende landwirtschaftliche Flächen möglichst erhalten bleiben. Denn gerade im rheinischen Revier steht die Landwirtschaft unter einem erheblichen Flächendruck.

Nach § 18 Abs. 2 Landesplanungsgesetz erfüllen die Regionalpläne die Funktionen eines Landschaftsrahmenplanes und eines forstlichen Rahmenplanes gemäß Naturschutz- und Forstrecht. Sie stellen regionale Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung des Naturschutzes und der Landschaftspflege und zur Sicherung des Waldes dar. Unterstützende Festlegungen für die Wälder und ihre Vernetzung sowie für die Offenlandflächen sollten daher auch im neuen Regionalplan Köln und im Einklang mit kommunalen Entwicklungsvorstellungen vorgesehen werden. Zudem sollte der Fachbeitrag des Naturschutzes und der Landschaftspflege nach § 8 LNatSchG des LANUV (Januar 2020) sowie weitere vorliegende Fachbeiträge gemäß § 12 Landesplanungsgesetz berücksichtigt werden.

Die Landesregierung wird Maßnahmen prüfen, die den dauerhaften Erhalt des Hambacher Forsts langfristig sicherstellen und ihn für die Menschen erfahrbar machen können. Dies könnte bspw. im Rahmen der Tätigkeit einer Stiftung und in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW erfolgen. Im unmittelbaren Umfeld der Wälder sollen keine neuen und keine Erweiterung bestehender Abgrabungsbereiche erfolgen, da dies den vorstehenden Zielen entgegenlaufen würde.

Darüber hinaus ist der Baumbestand im Hambacher Forst nicht vom Grundwasser abhängig. Die Baumwurzeln erreichen das Grundwasser nicht. Die Wasserversorgung der Bäume ist allein durch Niederschläge und deren Speicherung im Boden gewährleistet. Ein langfristig guter hydrologischer Zustand wird daher maßgeblich durch die Witterungsbedingungen geprägt. Zur Angabe eines Abstandes der Gewinnungsböschung des Tagebaus zum Waldrand des Hambacher Forstes, bis zu dem die Wasserversorgung des Hambacher Forstes nicht gefährdet sein sollte, wurde aus den Maximalwerten für die kapillare Wassernachlieferung und für die Erstreckung der Feinwurzeln ein Abstand von 50 m (Abstand zwischen Böschungskante und Baumstamm) ermittelt und festgelegt. Methodisch entsprechend kann die erforderliche standortbezogene Übertragbarkeit auf andere Wälder erfolgen.

Kommentare

"Die Restfläche des Hambacher Forstes befindet sich in einem erhaltenswerten Zustand." Das liest man gerne. Dafür sollte nun aber auch endlich Ruhe im Wald einkehren und die Aktivisten sollten sich endlich zurückziehen. Dies ist doch auch eine Grundvoraussetzung für die weitere positive Entwicklung von Morschenich.

Aktuell traut sich doch keiner in den Wald hinein. Woher kommt denn die Erkenntnis, dass der Wald noch in einem erhaltenswerten Zustand ist? Mir fehlt hier in der Unterlage eine klare Aussage zur aktuellen Situation und wie damit in Zukunft umgegangen werden soll.

Ich gehe regelmäßig im Hambacher Wald spazieren und begegne immer wieder Menschen, die sich auf ein Gespräch mit mir - Frau über 60 Jahre - einlassen. So erfahre ich viel über den Zustand der Bäume, der seit Jahren anhaltenden Trockenheit und den Schäden, die dadurch entstanden sind. Ich fände es gut,sich diese Erfahrungen und Schlussfolgerungen anzuhören und umzusetzten.
Schließlich leben diese Menschen Tag und Nacht, zu jeder Jahreszeit in der Natur und verfügen über ein gewaltiges Wissen.
Wer verfügt von uns über diese Erfahrungen?

Derzeit werden vermehrt Abgrabungsgenehmigungen beantragt und müssen u.U. durch die Kreisverwaltungen erteilt werden, da noch das Planungsrecht gilt, das dem kommenden Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe des Regionalplans Köln vorausgeht. Auf diese Weise ist es möglich, dass Abgrabungen entstehen, die beispielsweise vom Geologischen Landesamt als unzureichend ergiebig eingestuft sind und daher im Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe nicht als BSAB ausgewiesen werden. Als Beispiel soll das Abgrabungsinteresse in der Gemeinde Merzenich, Gemarkung Morschenich, Flur 8, Flurstücke 170 und 171 angeführt werden. Im Anhang des Teilplans Nichtenergetische Rohstoffe des Regionalplans Köln (Planungsstand September 2020) ist die Prüfung dieses Abgrabungsinteresse dokumentiert.
Der Prüfbogen Abgrabungsinteresse hat die Registernummer 058-DN-0 und ist zu finden im Anhang E1.
Die beiden dazugehörigen Prüfbögen Suchräume heißen S-38-KKS-1 und S-38-TS-1. Die Dokumente sagen aus, dass die Ergiebigkeit einer Abgrabung auf diesen Flächen zu gering ist und dass das Abgrabungsinteresse nicht auszuweisen ist und dass es auch nicht als BSAB ausgewiesen werden kann. Entsprechend ist die genannte Fläche nicht in der Übersichtskarte (Karte 1_Blatt2_BM-DNost-Kwest) als BSAB markiert.
Und dennoch hat ein Investor beim Kreis Düren einen Antrag auf Genehmigung einer Abgrabung auf dieser Fläche gestellt. Die Flächen stehen derzeit noch (als Tagebauvorfeld) unter Bergrecht, die Leitentscheidung der Landesregierung („Neue Perspektiven für das Rheinische Braunkohlerevier“) hat noch keine rechtliche Wirkung entfaltet und die Gemeinde Merzenich war nicht bzw. ist noch nicht in der rechtlichen Situation, einen Flächennutzungsplan für das Gebiet aufzustellen. Diese Zeit zwischen zwei grundlegend unterschiedlichen Planungs- und Nutzungsregimen nutzen Investoren, um „noch schnell“ eine Abgrabungsgenehmigung durchzudrücken – bevor kommende Planfeststellungen die Genehmigung erschweren- im geschilderten Fall Morschenich sogar eindeutig wg. der zu unzureichenden Ergiebigkeit ausschließen. Der Kreis Düren wird die Abgrabung wohl genehmigen, da er die Möglichkeit, das Vorhaben aufgrund eines Umweltverträglichkeitsprüfungsergebnisses noch zu stoppen, nicht nutzt.
Da diese kommende Abgrabung, in Verbindung mit den bereits genehmigten Abgrabungen und deren Erweiterungsflächen sowie weiteren Abgrabungsinteressen in der Zone zwischen dem Südrand des Hambacher Waldes und der BAB A 4, eine kumulierende Wirkung entfalten - die gem. Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz bei der Standortüberprüfung berücksichtigt werden muss – müssen diese kurzfristig nach altem Planungsrecht genehmigten Abgrabungen verhindert werden. Wenn die Landesregierung mit aller Konsequenz hinter dem Entscheidungssatz 6 steht, muss sie ein Genehmigungsmoratorium für kurzfristig noch beantragte Abgrabungsvorhaben im Umfeld der Bürgewälder in der Region verfügen.

Moderationskommentar

Guten Tag Cannondale,
wir bedanken uns für Ihren Beitrag zu diesem Entscheidungssatz. Um einen möglichst aufschlussreichen Austausch zu ermöglichen, möchten wir Sie darum bitten Ihre Beiträge etwas kürzer zu formulieren. Weitere Informationen dazu finden Sie auch in unseren Dialogregeln unter https://www.leitentscheidung-perspektiven-nrw.de/dialogregeln. Damit Ihr Anliegen für alle nachvollziehbar ist, wäre es außerdem hilfreich, wenn Sie einen klarer Bezug zu dem Entscheidungssatz herstellen.
Beste Grüße
Sanja Osieja (Moderationsteam)

Wie im Beitrag zuvor richtig herausgearbeitet, laufen parallel für den Raum zwischen Hambacher Wald und Buir aktuell gleich mehrere konkurrierende Planungsverfahren, die im Ergebnis dazu führen können, dass die von der Landesregierung und den Kommunen gewünschte Vernetzung der Bürgewälder Hambacher Forst, Steinheide, Merzenicher Erbwald etc. nicht mehr durchführbar ist und die Stadt Kerpen keine erforderlichen Flächen für Strukturwandelprojekte, wie SpeicherStadtKerpen, mehr zur Verfügung hat. Insbesondere der Entwurf der RWE-Tagebauplanung Hambach in Verbindung mit der Kiesgrube "Buirer Heide" der Rheinischen Baustoffwerke (100%ige RWE-Tochter), zeigt, dass der Raum massiv durch beide Abgrabungen gefährdet ist. Beide Flächen zusammen würden bereits eine Verinselung des Hambacher Waldes von rund 60% bedeuten. Die Waldvernetzung wäre unmöglich, denn laut Kartenmaterial Stadt Kerpen (Unterlage aus Planungsausschusssitzung Spätsommer 2020) überlappen sich Tagebauplanung und Kiesgrube.
Parallel wird noch die neue Amprion-Leitung geplant und es gibt Begehrlichkeiten von Flächen für Windkraftanlagen.
Da alle Planverfahren unabhängig voneinander laufen, zudem weite Teile des Raumes noch unter Bergrecht stehen, muss die Landesregierung ein Planungsverfahren- und Abbagger-Moratorium bis zur final erfolgten Planung (und Genehmigung) der neuen Tagebaugrenzen Hambach erlassen.

Selbstredend muss die Leitentscheidung selbst gravierende Auswirkungen auf das Planungsergebnis des Teilplans Nichtenergetische Rohstoffe des Regionalplans Köln haben. Der Entscheidungssatz 6 („Regionalplanerische Festlegungen und forstfachliche, naturschutzfachliche und landschaftspflegerische Maßnahmen sollen Erhalt und Entwicklung der Wälder unterstützen. Planungen oder Maßnahmen, die sie in ihrem Bestand gefährden können, sind auszuschließen.“) verlangt klipp und klar, dass Planungen und Maßnahmen, die den Bestand des Hambacher Waldes und auch des Merzenicher Erbwaldes gefährden, auszuschließen sind. Hier hilft ein Blick auf die verwaltungsrechtliche Definition des Begriffs „Gefahr“ - dem Wortstamm des Begriffs „gefährden“: „Gefahr ist derjenige Zustand, der bei objektiver Betrachtung die Besorgnis in sich birgt, dass ein schädigendes Ereignis eintreten könnte“.
Aus ökologischer Sicht gefährdet jede Abgrabung in unmittelbarer Nähe zum Waldrand das Ökosystem Wald: Temperaturerhöhung über den offenen, vegetationslosen Kies- und Sandflächen, die in den Wald hineinwirken / Verritzung von wasserführenden Bodenhorizonten, mit der Folge des Wasserverlustes in den Wurzelbereichen der angrenzenden Biotope / Staubeintrag vom maschinellen Abbau und infolge der Windverwirbelungen in den Wald, mit der Folge, dass sich Atemöffnungen der Blätter verstopfen / Eintrag von Abgasen, die durch den maschinellen Abbau und den Abtransport entstehen und Luft und Boden schädigen u.ä.
Von jeder einzelnen Abgrabung geht demnach die berechtigte Besorgnis aus, dass ein schädigendes Ereignis eintritt. Die Wirkung der Schädigung nimmt mit jeder weiteren Abgrabung an dem betreffenden Waldrand zu. Es muss deshalb die kumulierende Wirkung der Schädigungen berücksichtigt werden, um die Forderung des Entscheidungssatzes 6 der Leitentscheidung genüge zu tun. Das Ergebnis wird zeigen, dass die Anzahl der bereits genehmigten und der kurz vor der Genehmigung stehenden Abgrabungen bereits tatsächlich die schädlichen Wirkungen auf den Hambacher Wald entfalten.
Die Behauptung der Landesregierung, der Hambacher Wald sei in einem guten Zustand, ist unbewiesen. Fakten vor Ort zeigen ein ganz anderes Bild. Der Hambacher Wald ist gefährdet - nicht nur durch die Bagger von RWE, sondern auch durch Hitze und Trockenheit. In einer Studie untersuchen Wissenschaftler der Universität Eberswalde und vom Potsdam Institut für Klimaforschung, wie Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue sich gegenseitig negativ verstärkten. Der Zustand des Hambacher Waldes ist bereits jetzt besorgniserregend: Böschung der südlichen Tagebaugrenze 50 Meter vom Waldrand entfernt, Temperaturerhöhung über den offenen Kiesflächen, Zunahme der Windgeschwindigkeit über den vegetationslosen Flächen, Verlust des Wassers in den wasserführenden Wurzelhorizonten aufgrund der extrem nahen Tagebauböschung, Verdichtung des Bodens infolge des Einsatzes von Großgeräten im Wald, jährlich wiederkehrende Hitze und Trockenheit infolge der Klimaerhitzung.
Jede weitere Erweiterung der bestehenden Abgrabungen, jeder Neuaufschluss gemeldeter Abgrabungsinteressen und jede Aktivierung ausgewiesener Reservegebiete muss deshalb bereits regionalplanerisch ausgeschlossen werden – genau so, wie es der Entscheidungssatz 6 der Leitentscheidung „Neue Perspektiven für das Rheinische Braunkohlerevier“ verlangt.

Hier zwei Zitate aus dem Entscheidungssatz 6: "Das Ökosystem im Hambacher Forst muss sich dabei erholen und wieder einen Lebensraum für geschützte Tier- und Pflanzenarten bieten können." bzw. "Um die Waldfunktionen des Hambacher Forstes langfristig zu entwickeln und zu sichern, ist er mit den anderen beiden Wäldern zu vernetzen. Dazu sollen insbesondere Verbindungsflächen bzw. ökologische Trittsteine zwischen Hambacher Forst, Merzenicher Erbwald und der Steinheide hergestellt werden". Diese beiden Forderungen werden ganz sicher nicht erfüllt, indem zum einen ein ungebremster (ganz im Sinne des ersten Wirtschaftsentfesselungspakets der Landesregierung) Kiesabbau auf den vor der bergbaulichen Inanspruchnahme geretteten Flächen die Zerstörung derselben in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Wäldern fortsetzt und zum anderen in dem eine Kiesgrube genehmigt wird, die genau am Zusammentreffen den beiden Wäldern Hambacher und Merzenicher Erbwald platziert wird und beide Wälder gleichermaßen schädigt. Eine "Verbindungsfläche" der seltsam-makaberen Art - ein Trittsteinbiotop ist wahrlich etwas anderes.....! Meine Forderung lautet: Abgrabungen von Kies, Sand, Ton und Schluff in einer weiträumigen Sperrzone um die Wälder herum müssen regionaplanerisch ausgeschlossen werden. Bestehende Abgrabungen sind zu beenden, zu sichern und zu renaturieren.

Moderationskommentar

Guten Tag Cannondale,
vielen Dank für Ihren Kommentar zu diesem Entscheidungssatz. Der doppelte Kommentar von Ihnen wurde wie gewünscht entfernt.
Beste Grüße
Sanja Osieja (Moderationsteam)

Der Erhalt der Ortschaft Morschenich, des Hambacher Forstes, des Merzenicher Erbwalds und des Waldgebiets westlich des FFH-Gebietes „Steinheide“ - wie auch die Vernetzung der vorgenannten Wälder - wird ausdrücklich begrüßt, steht aber im Widerspruch zum Entscheidungssatz Nr. 7, welcher: "Die dazu erforderliche Massengewinnung hat vorrangig aus dem bisherigen Abbaufeld des Tagebaus zu erfolgen." Dies bedeutet die Flächen zwischen dem Hambacher Forst und der Steinheide sollen für die Massengewinnung genutzt werden. Wo soll die Massengewinnung erfolgen, wenn auch noch die Waldflächen des alten Friedhofs von Manheim-Alt erhalten werden sollen. Die Vernetzung kann nur zwischen dem Hambacher Forst und der Steinheide mit Anschluss an die bereits existierenden Biotopverbundstrukturen im Bürgewald Dickbusch und Lörsfelder Busch erfolgen. Eine Biotopverbundstruktur muss eine Breite von mindestens 500 m aufweisen, um eine ausreichende Wirksamkeit bei einer Distanz von ca. 2 km zwischen den beiden vorgenannten Wäldern aufzuweisen.

Die eindeutige Aussage zum Erhalt der Waldflächen ist toll. Falsch ist aber, dass Erweiterungen von Abgrabungsflächen (Kiesgruben) nur unmittelbar an Waldflächen ausgeschlossen werden sollen. Es ist mindestens ebenso wichtig, dass auch dort, wo RWE die Gewinnung von Kies für die Rekultivierung vorsieht, keine Abgrabungen mehr erfolgen dürfen. Wenn dort noch Kies von Kiesunternehmen gewonnen und wegtransportiert werden darf, bedeutet dies nur, dass der Tagebau Hambach größer werden muss.

Die Formulierung muss lauten: Kies-Abgrabungen oder Erweiterungen im bisherigen Tagebaugebiet des Tagebaus Hambach dürfen nicht mehr erfolgen.

Zur Aussage von Frau Dr. Renz auf der Dialogveranstaltung.
Frau Dr. Renz hat ausgeführt, dass es Aufgabe des Regionalrates sei, die Kiesabgrabungen zu verorten. Dies mag zwar grundsätzlich richtig sein, im Falle der Abgrabungen im Tagebaufeld Hambach ist dies aber anders. Hier würde durch weitere Kiesabgrabungen der Tagebau Hambach größer werden. Somit muss ein Kiesabbaustopp (keine Erweiterungen) schon in der Leitentscheidung geregelt werden. Es dürfen keine weiteren Fakten geschaffen werden.

Volle Zustimmung für die Ansicht der Frau Maria Oberweis. Bis zur Rechtskraft einer Leitentscheidung muss ein Genehmigungsmoratorium für Erweiterungen bestehender Abgrabungen, für die Inanspruchnahme von Reservegebieten und auch für Neuaufschlüsse nach altem Recht (der Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe des Regionalplans Köln hat noch keine rechtliche Wirkung und es gilt das dem vorhergehende Planungsrecht) verfügt werden.

Der Erhalt der Wälder ist toll. Die Vernetzung der Wälder aber bitte nur mit Augenmaß. Sie würde zu 100% zu Lasten der Landwirte gehen.

Als Kind lernt man üblicherweise, dass man nicht alles haben kann. Nun soll der Hambacher Forst erhalten bleiben, der nicht mehr ist als ein schmaler Waldstreifen. Es handelt sich auch nicht um unberührte Natur, weil immer noch sogannte "Aktivisten" dort leben, die zuvorderst unseren Rechtsstaat überwinden wollen und dafür den Wald als Vehikel nutzen. Es ist bedauerlich, dass sich Bundes- und Landespolitik von einer kleinen lautstarken Minderheit einschüchtern lassen und der Rechtsstaat hier beide Augen zudrückt. Sogar Bundespolitiker vermeintlich demokratischer Parteien haben mit diesen Staatsfeinden gemeinsam demonstriert, ohne sich von deren Absichten zu distanzieren. Das von den gleichen Menschen in diesem Jahr bemühte Wort der "Kontaktschuld" bei Demos, auf denen auch wenige Rechte auftraten wirkt in diesem Kontext wie blanker Hohn.
Dies vorausgeschickt folgende Punkte:
Der Erhalt des Hambacher Forstes und seine Vernetzung mit den umliegenden Wäldern sowie der Erhalt von Morschenich werden gleichzeitig nicht möglich sein, es sei denn, man würde mit gewaltigem Transportaufwand die für die Rekultivierung des Tagebaus erforderlichen Massen von anderen Orten anfahren. Dies jedoch wäre wirtschaftlich und ökologisch gleichermaßen unsinnig.
Daher muss man sich in dieser Leitentscheidung auch klar entscheiden, dass nicht alles geht. Wenn der Hambacher Forst im gegenwärtigen Zustand erhalten bleiben soll, dann muss mindestens die Ortslage von Manheim vollständig weichen. Eine Vernetzung mit der Steinheide wird nicht realisierbar sein.
Im übrigen kann es auch nicht sein, dass man nun anstrebt, weitere Ackerflächen durch Aufforstung aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Durch den Erhalt des Hambacher Forstes wird die Rekultivierung von Ackerflächen vor Elsdorf deutlich kleiner ausfallen. Allein das geht schon zu Lasten der Landwirtschaft. Eine weitere Belastung durch die Aufforstung zur ökologischen Vernetzung ist nicht hinnehmbar.

Moderationskommentar

Sehr geehrter Herr Hennemann,

vielen Dank für Ihren Beitrag.
Allerdings möchte ich Sie bitten unsere Dialogregel Nummer 1 zu beachten. Diese finden Sie auch hier:
https://www.leitentscheidung-perspektiven-nrw.de/dialogregeln

Bei Ihrem Kommentar möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieser unter anderem durch die Bezeichnung von Aktivisten als "Staatsfeinde" an Sachlichkeit verliert. Bitte versuchen Sie stattdessen sachlich und respektvoll zu argumentieren.

Beste Grüße
Samira Beck (Moderation)

Hallo,
der erste Teil des Hennemann-Kommentars ist unerträglich und geht vollkommen am Thema vorbei. Die Kommentatorin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Regeln verletzt werden. Deshalb erwarte ich, dass der erste Teil des Hennemann-Kommentars gelöscht wird.

Moderationskommentar

Liebe/r Cannondale,

wir möchten im Online-Dialog Meinungsfreiheit pflegen, was bedeutet, dass alle ihre Argumente vorbringen können, dürfen und sollen, sofern sie die Dialogregeln (www.leitentscheidung-perspektiven-nrw.de/dialogregeln) nicht verletzen. Wenn eine Verletzung vorliegt, weisen wir als Moderation mit der Bitte um zukünftige Berücksichtigung darauf hin, wie es in diesem Fall geschehen ist. Einen Beitrag oder auch Teile eines Beitrag deaktivieren wir erst, wenn ein eklatanter Verstoß vorliegt. Ein solcher liegt in dem Beitrag aber nicht vor.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Freundliche Grüße
Samira Beck (Moderation)

Ihnen ist sicher bewusst, dass auch die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monkulturen und dem Pestiziteinsatz zur Zerstörung des Klimas und natürlicher Lebensgrundlagen beisteuert. Der großzügige Anbau von Mais beispielsweise, der vorwiegend als Futter für die industrielle Tierhaltung mit all ihren Folgen dient ist kein Ersatz für ein Ökosystem wie diese Waldgesellschaft, die zu einer höheren Biodiversität beiträgt und ein immerhin kleines Stück natürlichen Lebensraum verspricht. Ich hoffe auf ein Verständnis dafür, dass wir von der Natur abhängig sind und diese, soweit noch möglich erhalten müssen. Dies alles ist unser Erbe an zukünftige Generationen.

Ich lernte als Kind, für das, was ich mache , verantwortlich zu sein.
Als Erwachsener erfuhr ich, dass ich auch für das, was ich nicht mache, verantwortlich bin.
Schweigen, wegschauen, mich nicht zuständig fühlen....klappt irgendwie nicht.
Wie mit der jetzigen Tagebausituation.
Ja, Sie haben es richtig erkannt. Für die Rekultivierung des Tagesbaus werden über Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte enorme wirtschaftliche und ökologische Anstrengungen nötig sein.
Allen Beteiligten ist nicht klar, wie das zu bewerkstelligen ist, was noch an Folgeschäden auftritt, mit was man nicht gerechnet / kalkuliert hat.
Das "Loch" ist einfach sooo riesig und einzigartig.
Eine Aufforstung wird der zukünftigen Generation dienen.
Ich hoffe für unsere Generation, dass die Einsicht zu zerstören ein Ende findet und zu Ihrem Artikel zurück kommend : "...das Manheim nicht weichen muss..."

Insofern der Wald, wie oben beschrieben seinen Wasserbedarf nicht aus dem Grundwasser erhalten kann wäre es vielleicht möglich, das Grundwasser, das aktuell von RWE in die Erft abgeleitet wird zukünftig in den Wald zu leiten, so dass Bäche und feuchte Flächen entstehen können, so kann Wasser absickern und notwendige Feuchtigkeit für Flora und Fauna zur Verfügung stehen. Der Wald als solcher wird sich dann durch natürliche Verjüngung entwickeln und Totholz wird zur Verfügung stehen, um Kleinstlebewesen zu nähren und Humus zu bilden. Es wird sich eine den Gegebenheiten entsprechende natürliche Waldgesellschaft entwickeln, die durch die Vernetzung mit Merzenicher Erbwald und Steinheide an Potenzial gewinnen wird. Ich stelle mir vor, dass die Randgebiete durch Anpflanzungen von Gehölzen gesichert werden könnten. Innerhalb sollte der Wald seinem natürlichen Gleichgewicht folgen können und keine Pflanzungen vorgenommen werden. Es werden sich natürliche, den Gegebenheiten entsprechende Strukturen selbstständig entwickeln.

Mein ganzes Leben, und das sind bald schon 40 Jahre, lebe ich mitten im rheinischen Revier. Die Tagebaue und Kraftwerke waren beliebtes Ausflugsziel in der Grundschule, der weiterführenden Schule und die rekultivierten Gebiete wie der Blausteinsee und die Sophienhöhe laden zudem in der Freizeit ein sich hier zu erholen und sich an der Natur zu erfreuen. Den Preis den ich, meine Eltern und meine Großeltern dafür zahlen mussten war hoch, wir verloren unsere Heimat.
Wir bekamen dafür aber auch neue Chancen, Arbeitsplätze, Ausbildung und nicht zuletzt Wohlstand für uns und für Dritte, die nicht unbedingt bei Rheinbraun oder RWE beschäftigt sind.
Nun mach ich mir nichts vor, der Energiemarkt ist knallhart und umkämpft, genau wie die Politik. Frühzeitig die Weichen zu stellen ist wichtig und auch ein schwieriger Prozess. Den Ausstieg aus der Kohle, zudem bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Kernenergie, halte ich technisch für eine Katastrophe. Aber gut, dieses Risiko möchte die Regierung eingehen.
Was mich als Anwohner aber richtig stört und ich aufgrund des "Nicht-Eingreifen" unserer Politik derzeit an unserer Landesregierung zweifele: Die sogenannten Aktivisten welche sich im Haibaches Forst aufhalten, welche in Garzweiler in den Dörfern umhertreiben, verbreiten Schrecken und Angst in der Bevölkerung. Die Kinder möchten nicht mehr draussen spielen, es werden Baracken errichtet, Parolen auf Hauswände gesprüht und unsere Region verkommt zu autonomen Gebiet.
Gleichzeitig werden diese Aktivisten in den lokalen Medien hofiert, die Stimmung gegen RWE und Mitarbeiter, durch Medien uns diversen Gruppierungen (Ende Gelände / Buirer für Buir / FridaysForFuture...) wird befeuert. Die Politik scheint sich nicht sonderlich für uns zu Interessieren, denn auch Aussagen wie bspw.von Herrn Laschet auf Twitter, dass man als CDU den Kohleausstieg beschleunigt, lässt mich an der Wählbarkeit dieser Partei zweifeln. Das Ziel Energiewende ist richtig und wichtig, der Weg dorthin (meiner Meinung nach) nicht richtig.
Wie mit den Menschen hier vor Ort umgegangen wird, was Ihnen zugemutet wird und wie Sie von der Politik im Stich gelassen werden ist ein politisches Desaster. Und diese Menschen arbeiten hier dennoch, rund um die Uhr, Feiertags, Sonntags, bei jedem Wetter, um die Energieerzeugung aufrecht zu erhalten. Daher meine Forderung: Räumt den Hambacher Forst, räumt die Dörfer um Garzweiler und lasst die Menschen hier wieder in Frieden leben und in Ruhe mit an der Energiewende arbeiten.
Glück Auf!

Die Folgen des Klimawandels werden zukünftige Generationen tragen müssen und die Zerstörung natürlicher Lebensbedingungen wird diese Menschen hart treffen. Wir sollten uns dafür verantwortlich fühlen.
Der Widerstand durch die Besetzung des Waldes, durch Ende Gelände, Fridays for future und das Engagement von Menschen aus Buir hat zu einer breiten politischen Auseinandersetzung mit dem Thema geführt, wobei der Hambacher Wald zum Symbol für diesen politischen Kampf geworden ist. Davon abgesehen würde die bestehende Restfläche des Waldes vermutlich längst abgeholzt sein. So, wie Sie die Aktivisten beschreiben, ist mir nie ein Mensch im Wald begegnet. Die Menschen dort sind gerne zu Gesprächen bereit und kein Kind braucht Angst vor ihnen zu haben. Ihre Darstellung dieser Menschen ist schlichtweg falsch. Nicht nur Sie möchten in Frieden leben, auch künftige Generationen möchten in Frieden leben.
Der Widerstand gegen bestehende Systeme treibt die politische Debatte zu Veränderungen voran. Ein Gespräch mit den Aktivisten auch zur Erhaltung des Ökosystems Hambacher Wald wäre eine wünschenswerte Option, denn sie kennen diesen Wald recht gut.

Es ist sehr zu begrüßen, dass die tatsächliche Wasserversorgung des Hambacher Forstes im letzten Absatz der Begründung so treffend herausgestellt wird. Hier wurde in der Öffentlichkeit doch zu oft an der Realität vorbeidiskutiert und -argumentiert.

Das Baumvorkommen im Hambacher Wald besteht vorwiegend aus Stieleichen und Hainbuchen. Die Stieleichen haben Pfahlwurzeln, die soweit mir bekannt ist, das Grundwasser erreichen und nutzen. Gerne möchte ich deshalb die Hintergründe zu Ihrer Behauptung, dass die Bäume nicht vom Grundwasser abhängig sind, erfahren. Über eine Antwort freue ich mich.

Moderationskommentar

Hallo Katja,

vielen Dank für Ihren Beitrag und die fundierte Nachfrage. Das Dialogverfahren ist in erster Linie für Feedback zum Entwurf der Leitentscheidung gedacht. Wir nehmen uns Ihrer Verständnisfragen zum Entwurfstext dennoch gerne an und bemühen uns, diese in Absprache mit dem Ministerium zu beantworten.
Dies kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Ihre Moderation (Merlin Hebecker)

Moderationskommentar

Hallo Katja,

die Antwort des Ministeriums für für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen liegt uns nun vor:
Die Aussage basiert auf eine Stellungnahme des Geologischen Dienstes NRW von Mitte 2019. Relevant sind dabei folgende Ausführungen: „Die Grundwasseroberfläche in den Grundwasserleitern der Erft-Scholle, in welcher der Hambacher Forst liegt, ist im Bereich des Hambacher Forstes aufgrund der Entwässerungsmaßnahmen der Braunkohlentagebaue seit Jahrzehnten abgesenkt. Die Flurabstände im oberen Grundwasserleiter betragen über zehn Meter, in der Regel mehrere Zehnermeter. Das Grundwasser kann durch die Pflanzenwurzeln im Hambacher Forst nicht erreicht werden. Die Wasserversorgung der Pflanzen im Hambacher Forst ist alleine durch die Niederschläge und deren Speicherung im Boden gewährleistet.“ Die Stellungnahme kann hier auf der Internetseite des Geologischen Dienstes NRW abgerufen werden: https://www.gd.nrw.de/zip/hambacherforst.pdf.

Beste Grüße
Samira Beck (Moderation)

Aufgrund der Sümpfungen steht das Grundwasser so tief, dass Baumwurzeln es nicht erreichen können. Der Wald ist voll und ganz auf das Oberflächenwasser angewiesen, dass durch einzig und allein Regen (selten durch Schnee) gespeist wird. Das Wasser sickert in den Boden bis es auf eine Tonschicht trifft, die das weitere Versickern verhindert, da diese wasserundurchlässig ist. Diese Tonschicht ist leicht geneigt in nördliche Richtung; d.h. dass das Wasser auf dieser Tonschicht zur Tagebauböschung hin abfließt. Durch Fotos ist dokumentiert, wie diese Feuchtigkeit aus der Tagebauböschung austritt und in den Tagebau sickert. Die Erlaubnis für RWE, bis 50 Meter an die Waldgrenze heranzubaggern - diese Erlaubnis ist expliziet in der Leitentscheidung festgeschrieben - hat für den Hambacher Wald katastrophale Folgen.
Deshalb meine Forderung, die Leitentscheidung dahingehend zu verändern, dass der Bergbaubetreiber gezwungen wird, durch bauliche Maßnahmen zu verhindern, dass das ohnehin knappe Oberflächenwasser NICHT aus dem Hambacher Wald in den Tagebau Hambach abfließt.

Moderationskommentar

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Wir sind erfreut über die sehr rege Beteiligung auf dieser Plattform zur Leitentscheidung Braunkohle.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsbeteiligung die 14 Entscheidungssätze des Entwurfs der neuen Leitentscheidung stehen.
Hier ist das Land an allgemeinen, sachorientierten Stellungnahmen zum Inhalt der einzelnen Entscheidungsätze interessiert, nicht an Korrekturen einzelner Formulierungen oder an grundsätzlichen Beiträgen, die sich nicht auf die Entscheidungssätze beziehen.

Es ist auch möglich, Stellungnahmen einzureichen, die sich nicht auf einen konkreten Entscheidungssatz des Dokuments, sondern auf ein Thema oder auf das ganze Dokument beziehen.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine Konsultation. Das heißt, es wird um Feedback gebeten. Es ist nicht vorgesehen, fachliche Fragen an die zuständigen Behörden zu stellen.
Dennoch bemühen wir uns bei grundlegenden Verständnisfragen zum Entwurfstext, diese in Absprache mit dem Ministerium zu beantworten, um eine informierte Grundlage zur Beteiligung zu schaffen.
Dies kann jedoch mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bitte konsultieren Sie bei etwaigen Fragen zum Verfahren und dem Entwurfstext der Leitentscheidung zunächst die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen und "Häufige Fragen"

Wir bitten um Ihr Verständnis,
Ihr Moderationsteam

Erfreulicherweise stellt die Landesregierung deutlich fest, dass der Baumbestand im Hambacher Forst nicht vom Grundwasser abhängig ist. Dies nährt die Hoffnung, dass diese wissenschaftlich belegte Erkenntnis auch noch bei den öffentlich-rechtlichen Medien (und anderen) ankommt und nicht weiterhin - wie z.B. am 23.11.2020 in den tagesthemen - gebetsmühlenartig das Gegenteil behauptet wird.
Wünschenswert wäre allerdings, dass die Landesregierung nicht nur ihre Erwartungen an die Bergbautreibende (so z.B. hinsichtlich der Wiedernutzbarmachung) formuliert, sondern auch an andere Gruppen/Personen klare Erwartungen adressiert, so insbes. den Wald zu räumen und die dort immer wieder stattfindenden körperlichen Angriffe und Sabotageakte einzustellen (und entsprechend konsequent zu handeln). Nur so kann die gewünschte Erhaltung und Förderung des Zustandes auch gelingen. In diesem Zusammenhang wäre es auch angemessen, den Beitrag der Bergbautreibenden, den diese durch den Verzicht auf die Inanspruchnahme des Hambacher Forsts leistet, anzuerkennen.

Moderationskommentar

Lieber Somni451,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Bitte beachten Sie unsere Dialogregeln. Diese finden Sie hier: https://www.leitentscheidung-perspektiven-nrw.de/dialogregeln

Regel Nummer 2 weist auf eine klare und eindeutige, ironiefreie Sprache hin. Besonders auf den zweiten Teil der Regel möchten wir Sie für zukünftige Beiträge hinweisen:
"Um Missverständnisse zu vermeiden, verzichten Sie auf doppeldeutige Aussagen, Ironie, Sarkasmus oder anderen Formen „versteckten“ Humors.“

Beste Grüße
Samira Beck (Moderation)

Jeden zweiten Tag kann man in der Zeitung lesen, dass in den ehemaligen Orten Morschenich und Manheim Straftaten begangen werden. Um diesen Straftätern keine Bühne mehr zu liefern, sollten beide Orte sofort abgerissen werden. Um den Hambacher Forst zu entwickeln sollte er zuerst einmal von den Besetzern geräumt werden. Diese Personen stören jeden Tag die natürliche Entwicklung des Waldes. Beim letzten Spaziergang durch den Wald lagen dort mehrere Kubikmeter Müll und Unrat. Ich denke nicht, dass sich dort noch Tierarten hinbewegen, solange sie dort nicht ungestört sind. Wenn man also den Wald dort wieder entwickeln möchte, dann ist das nur glaubhaft zu vermitteln, wenn er vorher geräumt wird.

Wichtig ist, darauf zu achten, welche Zeitungsredakteure mit dem Begriff Straftat so fahrlässig oder vorsätzlich falsch umgehen. Hier in der Region tun sich besonders die Aachener Nachrichten bzw. deren Trabanten, der Kölner Stadtanzeiger und die Kölner Rundschau unrühmlich hervor. Sollte das wohl mit dem Anteil an von RWE finanzierter Werbung zu tun haben?
Eine angebliche Straftat ist nur dann eine Straftat, wenn ein Täter bestraft worden ist. Bis dahin ist vom Verdacht einer Straftat auszugehen. Das nehmen die Damen und Herren Journalisten der besagten Zeitungen jedoch nicht so genau. Aus Unkenntnis oder mit Vorsatz – da darf sich jeder seine eigene Meinung bilden. Die Recherche ergibt, wie viele der sog. " Waldbewohner" tatsächlich vor einem Gericht gestanden haben und rechtskräftig verurteilt worden sind. Von Tausend angeblichen Straftaten haben Null zu einer Verurteilung geführt.

Die Landesregierung behauptet, der Hambacher Wald sei in einem guten Zustans. Tatsächlich ist die Situation mehr als besorgniserregend.
Die Tagebaugrenze (Süd) von 50Meter, die Zunahme der Windgeschwindgigkeit, die Temperaturerhöhungen, der Verlust des Wasser zeigen, dass schnell gehandelt werden muss, um die Waldfunktion zu sichern.
Eine Vernetzung zwischendem Hambacher Wald, dem Erbwald und der Steineiche wird - wenn das vorliegende Planungsverfahren genehmigt wird - nicht funktionieren. Durch eine Verbindung mit der Kiesgrube Buir wird es zu einer Verinselung des Hambacher Waldes kommen. Eine weiterer Kiesabgrabung wird den Tagebau Hambach vergrößern.
Deshalb:
Kiesabbaustopp - keine Erweiterung im bisherigen Tagebaugebiet des Tagebau Hambach.
Bestehende Abgrabungen schnellstens sichern und die Grubenrandgebiete renaturien.
Wasser dem Wald zuführen. Die geringen Niederschläge seit Jahren reichen auch im Hambacher Wald nicht mehr
für eine Speicherung im Boden. Feuchtgebiete sind verschwunden, Flora und Fauna ist bedroht.
Die Studie der Uni Eberswalde sowie vom Potzdamer Institut zeigen in eindrucksvoller Weise, wie sich Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue gegenseitig verstärken.

Volle Zustimmung von meiner Seite!!
Stopp des Braunkohleabbaus muss zwangsläufig zu einem Stopp des vorgelagerten Kiesabbaus führen. Anders ist der Hambacher Wald nicht zu retten.

Ich möchte hier nochmals die Wassersituation im Hambacher Wald thematisieren.
Wie viele andere Wälder ist auch der Hambacher Wald durch die Trockenheit bedingt durch den Klimawandel stark betroffen.
Zusätzlich aber ist zu erkennen, dass in großräumiger Region rund um den Tagebau noch weniger Niederschläge zu verzeichnen sind als im bundesdeutschen Durchschnitt, was vermutlich auf die tagebaubedingte, großflächige, wasserarme, erhitze Tagebausituation zurück zu führen ist. Physikalisch, so vermute ich, ist die Abregnung, bzw. die Wolkenbildung durch diese geologische Situation der aus dem Tagebau resultierenden Landschaftsveränderung behindert.
Zudem überträgt der Wind die Wärme und den Staub aus der überhitzten Tagebauebene in den Wald.
Wenn dem so ist, dann sollten kurzfristig zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, dem Wald Wasser zuzuführen, bis dass der Tagebau geflutet ist und sich somit die geringe Niederschlagsneigung dieser Region erholen kann.
Vor allem als kurzfristige Maßnahme ist das wünschenswert, um diesem Ökosystem die Möglichkeit zu geben in der aktuellen Situation der Wasserknappheit überlebensfähig zu bleiben. Wie bereits oben beschrieben, kann ich mir vorstellen, dass eine Wasserzuführ über die Umleitung des Grundwassers in den Hambacher Wald oder eine regelmäßige Berieselung möglich sein könnten.
Mir ist nicht klar, ob es bereits Studien gibt zur Auswirkung des Tagebaues auf die Niederschlagssituation in den angrenzenden Regionen. Ich würde mich aber freuen, hierzu weiterführende Informationen zu erhalten.
Abschließend möchte ich auf die in dieser Region eher seltene Waldgesellschaft des Hainbuchen-Stieleichenmischwaldes als besonders erhaltenswert aufmerksam machen. Es gibt einen relativ alten Baumbestand, der Tieren wie beispielsweise Haselmaus und Fledermausarten Habitatsraum bietet.
Ich denke, dass wir in NRW auf solch eine Waldgesellschaft Stolz sein können. Zudem ist der Wald ein Symbol der Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und hat somit historische und kulturelle Bedeutung. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass der Erhalt dieses Waldes auf großes öffentliches Interesse gestoßen ist und von dem Engagement und der Verantwortungsbereitschaft der Beteiligten in diesem Prozess hängt vieles ab. Hier steht nicht nur wirtschaftliches Interesse im Fokus, sondern auch ein ideeles Ziel.

Wie erfährt die Öffentlichkeit von einem geplanten Zustandekommen einer Stiftungsgesellschaft?
Ist es möglich, sich als Privatperson an solch einem Stiftungsvorhaben sowohl finanziell als auch mitbestimmend zu beteiligen?
Über eine Antwort freue ich mich

Der Hambacher Wald und alle andere Naturgebiete in der Region brauchen Grundwasser und können wirklich nicht leben vom Regen alleine. Welcher Regen? Weiter ist das Reststück Wald dermaßen malträtiert, dass es viel Arbeit macht, wieder ein gesunder Boden herzustellen. Ein Waldboden mit alle Organismen und lebensnotwendigen Vernetzungen entsteht nach ca. 10,000 Jahren. Die letzten Sommer waren so heiß, dass die Bodenvegetation vertrocknete.
Übrigens sehe ich die Waldaktivisten nicht als eine Bedrohung für den Qualität des Waldes. Es ist gerade die Aktivisten im Wald zu verdanken, dass der Hambacher Wald überhaupt ins Gespräch kam.

Überlegungen zum Hambacher Forst / Wald, die dem Wohle und Erhalt des Waldes dienen und eine Umwandlung in einen urwaldähnlichen Naturwald fördern.

Aus der Leitentscheidung 2020 geht leider nicht eindeutig hervor, inwieweit eine wirtschaftlicher Nutzung oder Teilnutzung des Hambacher Forst / Wald (Hamb) noch vorgesehen ist (... forstfachliche, naturschutzfachliche und landschaftspflegerische Maßnahmen ... , (Entwurf einer neuen Leitentscheidung: Neue Perspektiven f. das Rhein. Braunkohlerevier, Beschluss der Landesregierung v. 06.10. 2020, S. 17).
Am sinnvollsten und erstrebenswertesten wäre die vollständige Aufgabe einer wirtschaftlichen Nutzung und die Errichtung mehrerer Naturwaldzellen, die zu einem späteren Zeitpunkt, nach Vollendung der gesamten Renaturierung, zu einer Zelle zusammengeführt werden.
(„§ 49 Abs. 5 LFoG NRW; In Naturwaldzellen wird der Waldbestand sich selbst überlassen. Bewirtschaftungsmaßnahmen sind nicht erlaubt; anfallendes Holz darf nicht entnommen werden. Außerdem sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des geschützten Gebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können. ... . Die Anlage von Fußwegen ist zulässig. Für die Erklärung von Wald zur Naturwaldzelle gilt Absatz 1 sinngemäß.“, (Quelle: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?bes_id=3830& anw_ nr=2&aufgehoben=N&det_id=428092, 2020), (https://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-in-nrw/naturwaldzellen/naturwaldze...)

Der Baumbestand des Hamb ist zu einem gewissen / überwiegenden Teil anthropogen durch die Arten Eiche, Hainbuche, Rotbuche, Winterlinde und Ahorn geprägt und entspricht der Waldgesellschaft „Eichen-Hainbuchenwälder“. Auch ohne Klimawandel würde sich bei einer Entwicklung von Kultur- zu Naturwald im Laufe der Jahrzehnte / Jahrhunderte der Baumbestand in seiner Zusammensetzung verändern.
Um eine spürbare Verbesserung der Lebensgrundlage für Pflanzen und Tiere in ihren Habitaten zu erreichen, die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern, anthropogene Störungen und Eingriffe zu minimieren, ist ein Rückbau und Renaturierung der Straßen und Wege, sowie stellenweise eine geringe Aufforstung vorhandener (anthropogener) Freiflächen dringend notwendig.
Der Hamb besteht aus drei Teilen, den westl., den nordöstl. und den südöstl. Teil, die durch eine asphaltierte Straße in Nord-Südrichtung und die unbefestigte Fläche einer ehemaligen Autobahn in Ost-Westrichtung getrennt sind. Die Straße und die ehemalige Autobahnfläche gelten nicht als Bestandteil des Waldgebietes Hamb. Alle drei Teilflächen sind mit mehreren unbefestigten, bestehend aus Fein- bis Grobmaterial und einem befestigten (asphaltiert) Waldweg durchzogen. Vom nordöstl. Teilstück gehören 2/3 der Fläche zum Naturschutzgebiet Bürgewald Blatzheimer Bürge (BM-026).
Eine Zusammenführung dieser drei Teilbereiche zu einem zusammenhängenden Waldstück ohne trennende Kahlflächen, wie breite Wege (unbefestigt oder befestigt) ist obligatorisch.
Einfach gesagt, der Hambacher Wald soll in erster Stelle für Flora und Fauna sein und unter ferner liefen für den Homo sapiens.
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Ein Wege- und Plätzerückbau wäre relativ leicht und zügig machbar und ein Teil der Maßnahmen könnte wahrscheinlich durch den zuständigen (RWE-)Revierförster umgesetzt werden.
(https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/klima/uploads/Praxisleitfaden_W...) Außerdem wird ein Waldgebiet, das aus der Nutzung genommen wird durch Ausgleichszahlungen (https://www.wald-und-holz.nrw.de/forstwirtschaft/foerderung) und bei „Aufforstung, Wiederaufforstung und Anpflanzung von Bäumen zur Unterstützung der biologischen Vielfalt und der Wiederherstellung von Ökosystemen ... gefördert.“ (Quelle: https://eur-lex.europa.eu/legalcontent/DE/TXT/?qid=1590574123338&uri =CELEX%3A52020DC0380, 2020) Damit könnten entstehende (Teil-)Kosten ausglichen werden.
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Für die Umsetzungen einzelner Maßnahmen wie Wegerückbau und Aufforstung bedarf es nicht immer, wie allgemein üblich, eine aufwendige Planung und Gestaltung durch ein Landschaftsbüro, in der dann als vermeintliche Krönung der Standort jedes einzelnen Jungbaumes und Setzlings auf mehrere Zentimeter genau festgelegt wird. Die Umsetzungen kosten dann tausende Euro mehr und ziehen sich wahrscheinlich in der Folge bis zum Ende der Hambachertagebau-Tage hin, da doch eine groß angelegte Gesamtplanung (externes Gutachten) vorliegen muß ! Allerdings ist laut Leitentscheidung eine temporäre Umsetzung möglich. „Bis zur Umsetzung langfristiger Maßnahmen kommen temporäre Grünstrukturen zur Stützung der Waldgesundheit in Frage.“ (Leit. S. 17).
Das der Hambacher Wald / Forst nur ein einfacher Wald ist und und überwiegend keinen Schutzstatus hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich ein Vorteil, zum Teil entfallen aufwendige Prüfungen und Genehmigungen wie in Schutzgebieten. Um einen Waldweg zurück zu bauen, dafür benötigt es keine Genehmigung der Unteren Landschaftsbehörde, keine Änderung des Flächennutzungsplanes und keine UVP.
Eine übliche Vorgehensweise in manchen Wäldern mit und ohne Schutzstatus ist, den Weg einfach aus der Nutzung und Pflege zu nehmen, damit er „verwildert“ und dadurch nicht mehr befahrbar und schlecht begehbar ist und irgendwann (1 – 2 Jahrzehnte) auch nicht mehr als Weg wahrgenommen wird. Diese Verfahrensweise hat aber anthropogen bedingte Hintergründe. Der Nachteil ist, daß der Weg mit all seinen schlechten Wegeeigenschaften noch Jahre erhalten bleibt und das vorhandene künstliche Material lediglich überdeckt wird. Damit stellt sich wie so häufig nur eine natürlich überprägte Kulturlandschaft ein, auf Jahrhunderte gesehen ist das kein Problem. Wenn es nicht anders geht, ist diese Vorgehensweise in Einzelfällen auch akzeptabel, sollte aber möglichst vermieden werden. Andererseits sollten die Landschaftszerstörungen bei Renaturierungen auch nicht zu extrem ausfallen, so nach dem Motto; ich reiß erst mal den begradigten Bach (alte Kulturlandschaft) einschließlich altem Baumbestand vollständig ab, um an selbiger oder anderer Stelle einen neuen mäandrierenden Kanal (neue Kulturlandschaft) mit Jungbäumen zu kreieren und hinterlasse eine Fläche gleichermaßen einem verwüsteten „Ackerboden“, damit sich daraus in den nächsten Jahren eine „naturnahe“ Gewässerlandschaft entwickelt ?! Der Gipfel der anthropogenen Naturplanung heißt dann Indeaue und Sophienhöhe.
Bäume brauchen aber Jahrzehnte bis Jahrhunderte um sich zu entwickeln! Die Devise sollte daher heißen, bestehende Flora- und auch Fauna-Strukturen möglichst in die Maßnahmen mit einzubeziehen.
Letztendlich soll Mensch aber nur so wenig wie möglich planen und gestalten und den Lauf der Natur in den ersten Jahren höchstens geringfügig begleiten.
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Ein Problem besteht daher bei den Wegen, Lichtungen und Plätzen, die aus Desinteresse und weil sie nicht mehr benötigt werden, sich selbst überlassen bleiben und eine beginnende bis fast vollständige Verkrautung aufweisen, ohne daß das vorhandene Wegematerial (Bruch, Schotter, Kies, Sand, Asche) entfernt wurde. Je nach Material, Oberflächenverdichtung und Lichtverhältnisse weisen diese Flächen einen unterschiedlich starken Bewuchs mit Gräsern, Kräutern, Farnen und sonstigen Krautfluren auf. Das Wegematerial bleibt aber als waldfremdes Material vor Ort und erschwert auf jeden Fall die Bodenbildung und unter Umständen das Aufkommen von anspruchsvolleren Pflanzen. Zudem sind diese Flächen meist erhöht angelegt und trotz „Verwilderung“ noch für Jahre / Jahrzehnte erkennbar. Aber um wiederholte Naturzerstörungen zu vermeiden sollte man auf Flächen im Wald, die nur kurzfristig einer waldfremden Nutzung (z.B. Räumung) unterlagen und inzwischen wieder eine üppige Vegetationsdecke aufweisen, notfalls einen geringen Umfang an anthropogenen Hinterlassenschaften wie Wegematerial hinnehmen oder wenn möglich nur punktuell entfernen bzw. das Wegematerial per Hand auflockern.

Daher besteht eine gewisse zeitliche Dringlichkeit die noch überwiegend pflanzenfreien Waldwege und anthropogenen Flächen zügig zu entfernen und dem Wald zu überlassen !
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Die Bodenverdichtung der Trampelpfade, der Waldwege und der ehemals befestigten Straßen stellt ein weiteres ökologisches Problem dar, wobei die Verdichtung der Trampelpfade noch am geringfügigsten sein dürfte.
Im Bereich der ehemaligen Autobahn könnte die Unterbodenverdichtung durch das jahrlange Befahren mit tonnenschweren PKWs und LKWs möglicherweise relativ groß ausfallen. Da die ehemalige Landstraße fast 1-1,5 m über dem Waldboden liegt, wird sich hier die Bodenverdichtung mutmaßlich auf den ehemaligen Oberboden des Waldbodens beschränken, wenn überhaupt. Inwieweit eine Tiefenlockerung, auch bei den Wald- und Wirtschaftswegen nötig und angebracht ist, das muß vor / bei der Entfernung des Wegematerials entschieden werden. Da die meisten Wege im Wald in den letzten Jahren wenig befahren wurden ist eine Tiefenlockerung möglicherweise nur in Einzelfällen nötig und ein Auflockern des Oberbodens reicht aus.
(https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/waldboden/der-waldboden-lebt) ( https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/bodenbelastun...) (https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/waldboden/ waldbodenregeneration-durch-einzaeunen)
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Dadurch, daß der Hambacher Forst/Wald nach den Maßnahmenumsetzungen hoffentlich keine Wege mehr hat, weder befahrbare noch begehbare, befestigt oder unbefestigt, sondern nur noch Trampelpfade, entfällt auch die ominöse Vehrkehrssicherheitspflicht und das Offenhalten von Rettungswegen.
(Anmerkung; es gibt in Deutschland größere und unzugänglichere Waldflächen in Wäldern, die ohne Wege auskommen! Die längste im Notfall von den Waldrändern „querfeldein“ zu Fuß zurückzulegende Strecke im Hambacher Forst/Wald beträgt ca. 1,5 km, von manchen Standorten aus nur ca. 1,0 km.)
Die hoffentlich geringe Anzahl von Spaziergänger*innen / Wander*innen bewegen sich ja auf Trampelpfaden und betreten den Wald dann auf „Eigene Gefahr“.
(„Beachten Sie bitte auch, dass in Naturwaldzellen in besonderer Weise mit herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen zu rechnen ist! Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr!“, Quelle: https://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-in-nrw/naturwaldzellen, 2020)
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Auf einer Freifläche im nordöstl. Waldstück lagern größere Mengen Äste und Zweige. Gegenüber dieser Fläche sind am Wegesrand noch mehrere Totholzstämme (Starkholz), die einen hohen ökologischen Wert haben, aufgestapelt. Dieses Starktotholz sollte im gesamten Hamb verteilt werden. Außerdem könnte RWE noch vorhandenes Totholz, ob aus Räumungen oder von Baumfällungen zurück in den Wald bringen. Eine Zeit lang lagerten auf dem RWE-Betriebsgelände Wurzelstöcke, Stämme und Äste.
Ein „aufgeräumter“ totholzbereinigter deutscher Wald / Forst ist hier nicht angesagt! Daher gilt;
V i e l T o t h o l z g l e i c h v i e l N u t z e n !
(https://www.wald-und-holz.nrw.de/fileadmin/Publikationen/Broschueren/Bro...) (https://www.wald-und-holz.nrw.de/en/waldblatt/rfa-16/1709-foerderung) (https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/natur/lebensr/BogenEkursionWald...) (https://www. waldwissen.net/de/lebensraum-wald/naturschutz/totholz-im-wald) (https://www.dora.lib4ri.ch/wsl/islandora/object/wsl:20025/datastream/PDF...) (https://www.zeit.de/2020/48/abgestorbene-baeume-wald-lebensraum-oekosyst...)
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Halboffene Wald(rand)flächen/-streifen haben häufig / meistens eine sehr hohe Artenvielfalt. (https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-/naturschutz/artenschutz/waldra...) Bei den zukünftigen halboffenen Waldflächen, hervorgegangen aus den ehemaligen Wegen, Straßen und anderen anthropogenen Nutzflächen, sollte trotzdem eine geschlossene, die beiden anliegenden Flächen verbindende Waldfläche das Ziel sein. Auf der Fläche zwischen Wald und Abraumkante / zukünftiges Seeufer ist ein halboffener Waldrand vorgesehen. (Leit. S. 17) Um eine eigenständige Entwicklung der Wald(rand)streifen zu einer halbnatürlichen Waldlandschaft zu gewährleisten sind weitere Pflegemaßnahmen tunlichst zu unterbleiben. Dies gilt selbstverständlich für alle renaturierten und aufgeforsteten Flächen des Hambacher Waldes/Forstes und im verstärkten Maße für den schon vorhanden Wald. Lichte bis offene Waldflächen werden sich im Laufe der Zeit, in Jahrhunderten gesehen in einem naturnahen Wald immer wieder natürlich einstellen und bedürfen keiner menschlichen Lenkung.
Der gesamte Hambacher Wald soll ja in den kommenden Jahrzehnten / Jahrhunderten zu einem urwaldähnlichen Wald heranwachsen und nicht zu einer (politischen) Sehenswürdigkeit mit Freizeitparkcharakter für Ausflügler*innen.

Die Bürger*innen könnten für Freizeitaktivitäten und Erholung umliegende Wirtschaftswälder nutzen!
Die Bedenken von einem Teil der „Naturschützer*innen“ die die Meinung vertreten, daß man der Bevölkerung die geschützte Natur auch zugute führen und zeigen sollte/muß, damit die Bevölkerung auch versteht und weiß warum die Natur (vor ihr) geschützt wird/werden muß, sollte in diesem Fall zum Schutze des Waldes nicht Rechnung getragen werden.
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Das „Symbol“ des Kohleausstieges wurde schlußendlich zum Wohle von Pflanz und Tier und nicht zum Wohle und Gefallen von Mensch gerettet und ist damit ein S y m b o l für die g e r e t t e t e N a t u r !

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Als Anschauungsmaterial für von Menschenhand weitgehend ungeplante urwüchsige Landschaftsformen empfehle ich die Biberlichtungen/-wiesen und Totholzaufkommen der Bibergewässer im Hürtgenwald (Nordeifel), Diese Naturflächen können/müssen vom Wegesrand aus betrachtet werden, da sie unter besonderem Schutz stehen und nicht betreten werden dürfen.
Der Baumbestand des überwiegend als Wirtschaftswald dienenden Hürtgenwaldes besteht zu 80-90 % aus Fichten (Nadelbäume), ist 50mal größer als der Hambacher Forst (98 % Laubbäume), hat ein ausgiebiges Wegenetz für Radfahrer*innen, Waldläufer*innen, Wanderer*innen und Spaziergänger*innen und bietet zusätzlich noch ein Symbol anderer Art für sinnlose Zerstörung von Natur und Mensch durch Menschenhand; ...
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Der Themenbereich Kiesabbau und seine Auswirkungen / Folgen / Bedrohung auf den Hambacher Forst/Wald sind irgendwie in der öffentlichen Meinung nicht vorhanden bzw. untergegangen. Die Leitentscheidung gibt dazu auch nicht viel her.
Aber es steht geschrieben; „Im unmittelbaren Umfeld der Wälder sollen keine neuen und keine Erweiterung bestehender Abgrabungsbereiche erfolgen, da dies den vorstehenden Zielen entgegenlaufen würde.“ (Leit. S. 18).
Laut Abgrabungsgesetz-NRW (§1) zählt der Kiesabbau als Abgrabung. (Quelle: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000716, 2020)
Mit der kleinen Grube im Südwesten, der ganz kleinen Grube im Nordwesten, der riesigen Grube im Norden, der Erweiterung dieser Grube im Nordosten und der großen Kiesgrube im Südwesten sind/wären geschätzte 65-75 % der Flanken des Hambaber Forstes/Waldes in einer Tiefe von ca. 25 – 100en Metern offen gelegt und würde damit eine Art 2/3 – 3/4-Hochplateau bilden bzw. eine Halbinsel, zum großen Teil umgeben von einer Halb-Wüste oder wasserlosen See (Ausnahme Schlammloch im Nordosten der Kiesgrube), mit dem Hamb obendrauf.
Laut Leitentscheidung ist der Hamb vom gespeicherten Regen-/Sickerwasser abhängig, das RWE mit Pumpen auch noch absaugt. Das Grundwasser befindet sich Dank RWE nun in 400 m Tiefe oder sind es 450 m und „die Baumwurzeln erreichen das Grundwasser nicht.“ (Leit. S. 18) Durch die riesige offene Bodenfläche an den Flanken erhöht sich dort die Verdunstung und der Boden trocknet seitlich verstärkt aus. ... ... ...

„Regionalplanerische Festlegungen ... sollen Erhalt und Entwicklung der Wälder unterstützen. Planungen oder Maßnahmen,
die sie in ihrem Bestand gefährden können, sind auszuschließen.“ (Leit. S. 17)
die sie in ihrem Bestand gefährden können, sind auszuschließen.“

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Anhang:

Weitere Literatur:

„MITTEILUNG DER KOMMISSION ...
Lebensversicherung und Naturkapital: Eine Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020
[ ... ]
Das Ziel für 2020
Aufhalten des Verlustes an biologischer Vielfalt und der Verschlechterung der Ökosystemdienstleistungen in der EU und deren weitestmögliche Wiederherstellung bei gleichzeitiger Erhöhung des Beitrags der Europäischen Union zur Verhinderung des Verlustes an biologischer Vielfalt weltweit.
[ ... ]
ERHALTUNG UND WIEDERHERSTELLUNG DER NATUR
Die vollständige Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie (d. h. Erreichen eines günstigen Erhaltungszustands sämtlicher Lebensräume und Arten von europäischer Bedeutung und geeigneter Populationen natürlich vorkommender Wildvogelarten) ist zur Vermeidung des weiteren Verlustes und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt in Europa unerlässlich. Ein quantifiziertes Ziel mit festem Zeitrahmen wird die Umsetzung der Richtlinien und die Verwirklichung der darin vorgesehenen Ziele beschleunigen.
[ ... ]
Einzelziel 1
Aufhalten der Verschlechterung des Zustands aller unter das europäische Naturschutzrecht fallenden Arten und Lebensräume und Erreichen einer signifikanten und messbaren Verbesserung dieses Zustands, damit bis 2020 gemessen an den aktuellen Bewertungen i) 100 % mehr Lebensraumbewertungen und 50 % mehr Artenbewertungen (Habitat-Richtlinie) einen verbesserten Erhaltungszustand und ii) 50 % mehr Artenbewertungen (Vogelschutz-Richtlinie) einen stabilen oder verbesserten Zustand zeigen.
[ ... ]
Einzelziel 3* [ ... ]
B) Wälder: [ ... ]
(*) Bei beiden Zielen ist die Verbesserung zu messen an den quantifizierten Verbesserungszielen für die Erhaltung von Arten und Lebensräumen von Interesse für die EU (Einzelziel 1) und für die Wiederherstellung verschlechterter Ökosysteme (Einzelziel 2).
[ ... ]“
(Quelle: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A52011DC0244, 2020)
„Die Biodiversitätsstrategie der EU bis 2020
[ ... ]
ZIEL 3: Erhöhung des Beitrags von Land- und Forstwirtschaft zur Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität
[ ... ]
Die Entwicklung der Wälder in Europa ist ähnlich besorgniserregend. Die meisten forstwirtschaftlich genutzten Wälder werden noch immer als kommerzielle Plantagenwälder bewirtschaftet und sind nur von eingeschränktem Wert für die biologische Vielfalt. Von den Waldlebensräumen und den in Wäldern lebenden Arten, die im Rahmen der Habitat-Richtlinie geschützt sind, weisen lediglich 21 % der Lebensräume und 15 % der Arten einen günstigen Erhaltungszustand auf. Nur 1-3 % der Wälder in Europa befinden sich noch in einem völlig natürlichen, unbewirtschafteten Zustand.
[ ... ]“
(Quelle: https://ec.europa.eu/environment/nature/info/pubs/docs/brochures/2020%20..., 2020)

„MITTEILUNG DER KOMMISSION ...
EU-Biodiversitätsstrategie für 2030
[ ... ]
2.2.4.Vergrößerung der Waldbestands und Verbesserung seiner Gesundheit und Widerstandsfähigkeit
[ ... ]
Neben dem strengen Schutz aller verbleibenden Primär- und Urwälder in der EU muss die EU die Quantität, Qualität und Widerstandsfähigkeit ihrer Wälder verbessern,
[ ... ]
Die Aufforstung, Wiederaufforstung und Anpflanzung von Bäumen zur Unterstützung der biologischen Vielfalt und der Wiederherstellung von Ökosystemen werden durch die GAP-Strategiepläne und die Kohäsionsfonds gefördert.
[ ... ]“
(Quelle: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1590574123338&uri=CE..., 2020)
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„WBGU, Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration
[ ... ]
Überblick über die Empfehlungen
[ ... ]
Schutzgebietssysteme ausweiten und aufwerten
[ ... ]
Effektive, vernetzte Schutzgebietssysteme bilden das Rückgrat des Ökosystemschutzes und sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, die globale Biodiversitätskrise zu entschärfen und für Mensch und Natur grundlegende Ökosystemleistungen aufrecht-zuerhalten (Kap.3.2).
[ ... ]
Schutzgebietssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass dort effektiver Ökosystem- und Biodiversitätsschutz die prioritäre Zielsetzung ist.
[ ... ]
Der WBGU empfiehlt eine Ausweitung terrestrischer Schutzgebietssysteme auf 30% der globalen Landfläche unter konsequenter Anwendung international vereinbarter Qualitätskriterien als eines der Post-2020-Ziele der Biodiversitätskonvention (CBD).
[ ... ]“
(Quelle: https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/hauptgutach..., 12.11.2020)
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Moderationskommentar

Lieber User Castor fiber,

vielen Dank für Ihren detailierten und engagierten Beitrag zur Diskussion auf dieser Plattform.
Gerne möchten wir jeder und jedem die Möglichkeit gewähren ihre/seine themenbezogene Meinung auf der Plattform kundzutun und über die Kommentarfunktion unter den Beiträgen in den gegenseitigen Austausch zu treten.
Leider stellen umfangreiche Beiträge, wie Ihrer, eine Hürde für eine lebhafte Diskussion dar.
Ich verweise Sie hiermit auf Regel 4 der Dialogregeln und bitte Sie, in Zukunft auf Vielschreiberei zu verzichten. Für umfängliche Stellungnahmen können Sie gerne den PDF-Upload verwenden.

Mit freundlichen Grüßen,
Merlin Hebecker (Moderation)

Hier im Forum kann doch jeder Leser selbst entscheiden, ob er einen langen Beitrag lesen möchte oder nicht. Statt "Vielschreiberei" zu reklamieren (ich empfinde diese Wortwahl der Moderatorin dem Urheber gegenüber als despektierlich), kann man dem User Castor fiber ebenso gut für deine umfangreiche Recherche und die Mühe danken, mit der er die Diskussion um den 6. Entscheidungssatz bereichert.

Moderationskommentar

Hallo user cannondale,

Alle Teilnehmenden erklären sich mit Ihrer Teilnahme bereit die Regeln, die für diesen Online-Dialog gelten, anzuerkennen und sich nach Ihnen zu richten. Wir möchten Sie daher höflich bitten, die Anwendung dieser Leitlinien des Moderationsteams als despektierlich zu bezeichnen oder Unwahrheiten aufzustellen ("man kann dem User Castor fiber ebenso gut... danken" - wir danken ihm und haben dies unserem Moderationskommentar voran gestellt).
Wir sind für Anregungen offen, wenden Sie sich dazu gern direkt an uns.

Beste Grüße,
Sabrina Weber
(Online-Moderationsteam)

Ja, Sie haben dem User gedankt. Ich habe das leider übersehen. Dafür bittte ich um Entschuldigung. Im Übrigen macht es für mich einen Unterschied, ob ich etwas als despektierlich bezeichne oder ob ich herausstelle, dass ich etwas als depektierlich empfinde (Ich-Botschaft nach Friedemann Schultz von Thun). Sie müssen sich demnach nicht verteidigen weil Sie nicht angegriffen werden.

Auf Grund Ihrer Antwort zu meiner Frage, warum sie oben feststellen, dass der Wald alleine vom Niederschlag abhängig ist, ergibt sich, dass es keine Möglichkeit gibt an das Grundwasser zu kommen, weil dieses seit Jahrzehnten abgesenkt wird ( dieser Fakt ergibt sich aus der Analyse des geologischen Dienstes NRW).
Daraus schließe ich, dass die Bäume, insbesondere die Stieleichen mit ihren Pfahlwurzeln, weder das Grundwasser erreichen können noch genügend Niederschlag bekommen aufgrund der niederschlagsarmen Perioden, insbesondere in den Sommern und explizit in der Region Niederrhein, nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden. Es ist demnach eine zu erwartende Maßnahme den Wald kurzfristig mit Wasser zu versorgen, damit er lebensfähig bleibt.
Um Missverständnisse zu vermeiden möchte ich darauf hinweisen, dass es mir in dieser Darstellung nicht um den Böschungsabstand zwischen Tagebau und Wald geht, sondern um die innere Struktur des Waldes.

In der Begründung zu Entscheidungssatz 6 steht sehr richtig, dass der Baumbestand im Hambacher Forst nicht vom Grundwasser abhängig ist. Gerade aufgrund des vorhandenen Pseudogley-Bodens ist dies in der Fachwelt unstrittig. Hier sei angemerkt, dass genau dieser Boden dazu geführt hat, dass der Forst nicht schon im Mittelalter zu landwirtschaftlichen Flächen umgewandelt wurde, wie dies ansonsten im Rheinischen Revier aufgrund der Bodengüte geschehen ist.
Letztlich dürfte der Hambacher Forst mit ähnlichen Rahmenbedingungen wie viele sonstige Wälder im Land konfrontiert sein. Daher würden hier zum Erhalt Pflege und Waldumbaumaßnahmen anstehen. Aufgrund der Aktivistenbesetzung ist dies jedoch nicht möglich und letztlich wird genau diese Besetzung zu Schäden im Wald führen (a.) aufgrund der intensiven täglichen Aktivitäten dort, b.) aufgrund mangelnder Pflege- und Umbaumöglichkeiten). Dies dürften den Aktivisten und deren Unterstützer selber auch klar sein, so dass oftmals verschiedene andere Tagebau-Faktoren angeführt werden, die jedoch keiner fachlicher Prüfung standhalten dürften. In der Leitentscheidung sollte daher auch klar das Ende der Besetzung des Hambacher Forstes als Grundlage des Schutzes des Waldes angesprochen werden. Hierdurch würde sich der Wald auch wieder zu einem öffentlichen Bereich entwickeln. Derzeit ist dies ein rechtsloser Bereich, der nur unter Gefahren von der allgemeinen Öffentlichkeit betreten werden kann.

Oberflächenwasser im Hambacher Wald

Aufgrund der Sümpfungen steht das Grundwasser so tief, dass Baumwurzeln es nicht erreichen können. Der Wald ist voll und ganz auf das Oberflächenwasser angewiesen, dass durch einzig und allein Regen (selten durch Schnee) gespeist wird. Das Wasser sickert in den Boden bis es auf eine Tonschicht trifft, die das weitere Versickern verhindert, da diese wasserundurchlässig ist. Diese Tonschicht ist leicht geneigt in nördliche Richtung; d.h. dass das Wasser auf dieser Tonschicht zur Tagebauböschung hin abfließt. Durch Fotos ist dokumentiert, wie diese Feuchtigkeit aus der Tagebauböschung austritt und in den Tagebau sickert. Die Erlaubnis für RWE, bis 50 Meter an die Waldgrenze heranzubaggern - diese Erlaubnis ist expliziet in der Leitentscheidung festgeschrieben - hat für den Hambacher Wald katastrophale Folgen.
Deshalb meine Forderung, die Leitentscheidung dahingehend zu verändern, dass der Bergbaubetreiber gezwungen wird, durch bauliche Maßnahmen zu verhindern, dass das ohnehin knappe Oberflächenwasser NICHT aus dem Hambacher Wald in den Tagebau Hambach abfließt.

Wieder einmal wird dem Leser vorgegaukelt, der Hambacher Wald wäre gerettet und es würde alles dafür getan, dass er eine Zukunft hat. Aber egal, ob diese Bekenntnisse von der Landesregierung kommen, von RWE oder ob sie in der Leitentscheidung stehen, sie sind immer noch das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt werden. Während der Räumungen 2018 und der großen Öffentlichkeit in diesem Zusammenhang erklärten die Verantwortlichen von RWE und aus der Politik, auch wenn man den Wald erhalten wolle, dann ginge das schon alleine technisch nicht, denn die Böschung sei schon zu steil, sie müsste noch abgeflacht werden, um standsicher zu werden. Das ginge nur, wenn der Hambacher Wald verschwinde. In den vergangenen zwei Jahren hat RWE nun bis auf 50 Meter an die Bäume heran gebaggert. Man hat also genau das getan, was angeblich die Rettung des Waldes ausschließt.

Wenn der Erhalt des Waldes wirklich ernst gemeint sein sollte, dann müssten SOFORT folgende Maßnahmen erfolgen:
- Stopp der Bagger auf der oberen Sohle, Stopp des Abbaggerns östlich des Hambacher Waldes
- Rückbau der Wege im Wald, die nur für die Räumung 2018 und die geplante anschliessende Rodung und den Abtransport des Holzes angelegt wurden. Bei diesen Wegen handelt es sich um "waldfremdes Material", an vielen Stellen mehrere Meter dicke Kies und Schotterschichten, massiv verdichtet und in einem schützenswerten Wald überhaupt nicht tolerierbar
- Vernetzung aller noch vorhandenen Waldgebiete durch Aufforstung, auch das noch vorhandene Tagebauvorfeld und die Trasse der ehemaligen A4 müssen aufgeforstet werden
- die genannten Flächen bilden unter Sonneneinstrahlung regelrechte Hitzeinseln, die die dramatische Austrocknung des Hambacher Waldes in den vergangenen Jahren noch beschleunigen, eine Aufforstung würde diesen Effekt deutlich mindern
- Bekanntlich lebt der Wald seit seiner Enstehung nicht vom Grundwasser, sondern von Niederschlägen, die auf der Pseudogleyschicht gestaut werden und so von den Wurzeln der Bäume genutzt werden können. Allerdings bleiben die Niederschläge durch den Klimawandel in den letzten Jahren aus, so dass diese Lebensgrundlage der umliegenden Wälder entfällt. Durch das Heranbaggern bis auf 50 Meter an den Wald wird naturgemäß die wasserstauende Schicht angeschnitten und das wenige Wasser fliesst dort ab. An vielen Stellen der Böschung zum Tagebau ist dieser Effekt deutlich zu erkennen. Es muss also umgehend untersucht werden, welche technischen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Abfließen des Wassers und das damit verbundene Austrocknen der Waldböden zu verhindern.
- Technisch wäre es ein Leichtes, den Hambacher Wald zu bewässern. Statt das abgepupte Wasser aus dem Tagebau weit entfernt in Flüsse zu pumpen, könnte ein Teil dieses Wassers zu dieser Bewässerung genutzt werden. Im Wald selber sind noch viele der ehemaligen Entwässerungsgräben vorhanden, in einem ersten Schritt könnten zeitnah diese Gräben bewässert werden. Ebenso Senken und ehemlaige Feuchtgebiete als wichtige Biotope für die immer noch vielfältige Tierwelt.
- Weitere Abgrabungen im Osten des Waldes bzw in unmittelbarer Umgebung im Osten und Süden müssen unterlassen werden
- Die damit entstehende Verinselung des Hambacher Waldes würde die Austrocknung weiter verstärken
- Material für angebliche Böschungssicherungen ist aus anderen Bereichen des Tagebaus bzw von der nicht rekultivierten Sophienhöhe zu gewinnen
- solange der Hambacher Wald immer noch im Besitz eines Konzerns ist, sind alle Beteuerungen zum angeblichen Erhalt unglaubwürdig

Dringend ist einer Verdrehung der Geschichte entgegenzuwirken, ohne mutige Menschen, die seit 2012 den Hambacher Wald bewohnen und ihn damit weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht haben, würden wir überhaupt nicht über den evetuellen Erhalt des Waldes diskutieren. Auch diese Tatsache muss in den kommenden Jahren ihren Niederschlag finden, sei es in einem zu errichtenden Dokumentationszentrum oder wo auch immer.

Bei allen Planungen rund um die Wälder am Tagebau Hambach ist das Gutachten der Universität von Professor Ibisch Studien "Ibisch et al. (2019)3und Blumröder et al. (2019)4zur meso-und mikroklimatischen Situation sowie Randeffekten im Hambacher Forst und in der Region der (westlichen) Kölner Bucht" zu berücksichtigen, hier ist sehr klar und detailliert beschrieben, welche Maßnahmen zur wirklichen Rettung des Hambacher Waldes erforderlich sind.

Manheim ist zu großen Teilen "rückgebaut". Allerdings gibt es sogar in dieser Trümmerlandschaft noch Bewohner, die nicht gehen wollen. Diesen Menschen ist zu ermöglichen, bleiben zu können. Die Manheimer Kirche muss erhalten bleiben. Als Kulturzentrum, vielleicht als Dokumentationszentrum, als Erinnerungsort für den Irrweg, der im Rheinischen Revier viel zu lange beschritten wurdem der aber hier am Tagebau Hambach ein für alle Menschen sichtbares Ende findet, hoffentlich viel schneller als immer noch offiziell verkündet.
Morschenich wird nicht mehr bergbaulich in Anspruch genommen. Gut so. Aber es ist Grundvoraussetzung für alle Pläne, die die Zukunft dieses Ortes betreffen, dass man die verbliebenen Menschen "mit ins Boot" holt. Wer möchte, darf bleiben, wer zurück möchte, dem soll diese Möglichkeit eröffnet werden.

Wer rettete den Hambacher;

wen interessiert es ob der Hambacher Wald nun durch ansässige Dorfbewohner, WissenschaftlerInnen, Bürgerinitiativen, irgendwelchen unbekannten fälschlicherweise als „Linksextremisten“ bezeichneten Personen und deren Sympathisanten, die Klagen des BUNDs, „Waldspaziergängen“, das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes, fünfzigtausend DemonstrantInnen, die Kohlekommission, eine vorhandene oder neu entstandene Stiftung oder sonstige bekannte und unbekannte WaldschützerInnen und Aktionen „gerettet“ wird/wurde;

wichtig ist, daß der Hambacher Wald eben noch nicht vollständig gerettet ist, da der Wald für den „Rheinischen-Revier-Klüngel“ bestehend aus RWE, "99, 99 % der Aktionäre", Landesregierung, vier Fraktionen im Landtag NRW (CDUSPDFDPAFD), manchen/vielen Verantwortlichen der umliegenden Gemeinden, RWE-Begünstigten / -Beratern (z.B. Amts- und MandatsträgerInnen von Kommune und Land), Wirtschaftsverbänden und sonstigen Interessenvertretern (z.B. für ArbeitnehmerInnen) keinen besonderen ökologischen Wert hat.
Das Gescharre um die wirtschaftlichen Interessen dürfte am 15.12.20 bei der Anhörung zur Leitentscheidung 2020 im Landtag NRW weiter gehen.

Entscheidend ist, daß der Wald letztendlich gerettet wird, von wem auch immer und bis zur Mitte des Jahrhunderts und darüber hinaus, wenn das riesige Hambacher Loch mit Wasser gefüllt ist, nicht zu einem Touristenwald für freizeitsuchende SeebesucherInnen oder einem „Hauswald“ für „VillenbewohnerInnen am See“ degradiert wird/wurde und wieder nur einen ökonomischen Wert hat!

Richtig ist, daß solange sich der Wald im Eigentum von RWE befindet, sich im/am Wald naturschutzmäßig wahrscheinlich nicht viel bewegen wird. RWE wird dem Wald eher keine weitere Beachtung schenken; z. B. weigert sich der Konzern nun auch die Giftmüllfläche der ehemaligen Deponie Edelhoff vollständig zu sanieren.
(Quelle: https://www.finanztrends.info/rwe-aktie-das-hat-ein-nachspiel/ ; https://www.stadt-kerpen.de/media/custom/1708_14206_1.PDF?1605001759, 2020)

Wir regen an, dass die Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der Wälder nicht nur gewährleistet, sondern auch umgesetzt werden. Außerdem sollen zusätzlich Anstrengungen zur Unterstützung dieser vorgenommen werden. Die Bedingungen zur Erhaltung der Wälder, wie beispielsweise des Hambacher Forstes sind dringend zu beachten, da das Tierreich in der Region sonst darunter leiden wird. Das Abpumpen des Grundwassers wirkt sich jetzt schon auf die anliegenden Wälder aus, da sie nur noch durch Niederschläge gespeist werden.

Die Entscheidung, das Abbaugebiet zu verringern, ist begrüßenswert.

Zweifel begegnet allerdings die Eignung der Bergbautreibenden bei der fachgerechten Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen. Hier wäre eine Durchführung auf ihre Kosten, aber durch eine Fremdfirma, die Referenzen hat, dass sie sich mit Schutz und qualitativ hochwertigem Erhalt von Biodiversität auskennt, vorzugswürdig.

Zudem ist die Feststellung, dass der Hambacher Forst allein durch Niederschlagswasser lebensfähig sei, zu lapidar, um überzeugen zu können, dass sie auch angesichts seiner bereits bestehenden Beeinträchtigungen und der noch zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels in den kommenden Jahren gelten wird. Der Bergbautreibenden sollte aufgegeben werden, sicherzustellen, dass der Wald den Eingriff überlebt, sich regeneriert und dies durch unterstützende Maßnahmen (einer kompetenten Firma) umzusetzen.