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C2: Nutzung von Rheinwasser für die Restseebefüllung für Garzweiler und Hambach

Entscheidungssatz 10: Nutzung von Rheinwasser für die Restseebefüllung von Garzweiler und Hambach

Die Befüllung des Restsees Hambach und die Auffüllung des Grundwasserleiters ist wie in Garzweiler durch die Zuf

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C1: Anforderungen an Tagebaurestseen

Entscheidungssatz 9: Anforderungen an Tagebaurestseen

Die Befüllung der Restseen soll auf einen Zeitraum von möglichst 40 Jahren nach Ende der Braunkohleförderung im Tagebau ausgerichtet werden. 

Die Lage des im Tagebau Hambach im Rahmen der Wiedernutzbarmachung entstehenden Restsees ergibt sich aus dem vorzeitigen Tagebauende. Der Tagebausee soll südlich der Sophienhöhe mit möglichst kompakter Form und möglichst großer Tiefe und naturnaher Gestaltung angelegt werden. 

Die Übergangsbereiche zwischen den Seeufern und den Siedlungsräumen sollen landschaftsplanerisch entwickelt werden und städtebauliche Entwicklungsoptionen berücksichtigen. Die Uferbereiche sind dabei so zu modellieren, dass sie während der Seebefüllung insbesondere frühzeitig Zwischennutzungen, auch im Sinne des Biotop- und Artenschutzes, wie auch Grünvernetzungen ermöglichen.

Nur ein überschaubarer Zeitraum für die Wiedernutzbarmachung kann Kommunen und Menschen an den Tagebauen eine akzeptable Perspektive für die künftige Seenutzung bieten. Grundlagen der Braunkohlenplanung war daher bislang die Ausrichtung auf einen 40-Jahres-Zeitraum (Garzweiler II nach einem Tagebauende in 2045 mit einem Seezielspiegel bis 2085). Dieser kann jedoch nur gewährleistet werden, wenn für die Seebefüllung zusätzlich zum Anstieg des Grundwassers ausreichend Fremdwasser zur Verfügung steht. Denn eine Befüllung der Tagebaurestseen allein aus ansteigendem Grundwasser würde viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte in Anspruch nehmen. Auch käme dies wegen des Erhalts der Standsicherheit der Böschungen nicht in Frage, da stets ein hydraulisches Gefälle aus dem Wasserkörper im Restsee in den umgebenden Gebirgskörper gesichert sein muss. Der Verzicht auf eine aktive Seebefüllung würde somit auch das Erfordernis einer deutlich längerfristigen nachlaufenden Sümpfung des Tagebauumfeldes zur Sicherung der Seeböschungen mit den entsprechenden Folgen implizieren. Für die Tagebaue Hambach und Garzweiler kommt folglich weiterhin mengenmäßig nur die Befüllung mit Wasser aus dem Rhein in Frage und für den Restsee Inden die Befüllung aus der Rur.

Der Nachweis der grundsätzlichen Machbarkeit der Restseefüllung mit Rheinwasser für Garzweiler II und Hambach wurde unter anderem im Rahmen der Aufstellung des Braunkohlenplans Garzweiler II und bei Zulassung des 3. Rahmenbetriebsplans für den Tagebau Hambach geführt. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW als Koordinator der „Arbeitsgruppe Restsee“ des „Monitorings Garzweiler II“ hat zusammen mit dem Erftverband die zum Klimawandel und den zu erwartenden Veränderungen am Rhein vorliegenden Untersuchungen in den Jahren 2007 und 2016 ausgewertet. Die Arbeitsgruppe kam in der Untersuchung zu dem Ergebnis, dass auch unter Berücksichtigung aktueller Klimaprognosen (v.a. Abschmelzen der Gletscher im Oberlauf Einzugsgebiet) und damals bekannter Randbedingungen die Wasserentnahme aus dem Rhein zur Befüllung der Tagebauseen sowie zur Versorgung der Feuchtgebiete an Niers und Schwalm sichergestellt ist. Die Auswirkungen der Trockenheit der vergangenen Jahre auf die Rheinwasserführung wird mit Blick auf die avisierten Befüllungszeiträume in den Braunkohlenplanänderungsverfahren unter Berücksichtigung der Anforderungen der Binnenschifffahrt zu untersuchen sein.

Herstellung und Befüllung des Restsees Inden basieren auf den Festlegungen des Braunkohlenplans „Inden, Sachlicher Teilplan II, Änderung der Grundzüge der Oberflächengestaltung und Wiedernutzbarmachung (Restsee)“ aus 2009. Dieser sieht eine Befüllung des Restsees mit Wasser aus der Rur vor. Die Entnahme aus der Rur darf entsprechend den Festlegungen im Braunkohlenplan nur ohne eine erhebliche Beeinträchtigung des Ökosystems der Rur und der angrenzenden Feuchtgebiete erfolgen. Dazu sieht der Braunkohlenplan ein Entnahmekonzept vor, dass ggf. aufgrund aktuellerer Erkenntnisse zu ökologischen Anforderungen oder Nutzungskonflikten fortzuschreiben ist. Durch ein umfassendes, begleitendes Monitoring für den Tagebau Inden wird auch der besonderen nationalen und internationalen Bedeutung des Ökosystems Rur (FFH-Gebiet, NSG-Gebiete) und der gesetzlichen Vorgaben (u.a. WRRL) Rechnung getragen. Die Auswirkungen der Wasserentnahme aus der Rur werden dort überwacht bzw. beobachtet. Damit wird sichergestellt, dass bei erkennbaren Beeinträchtigungen des Ökosystems rechtzeitig Abhilfemaßnahmen ergriffen werden können.

Für die Gestaltung des Restsees Garzweiler II gelten die Entscheidungssätze der Leitentscheidung 2016, sofern sie durch diese Leitentscheidung nicht im Detail ergänzt werden, fort. Durch das feststehende frühere Tagebauende erfolgen keine wesentlichen Änderungen. Der Restsee Hambach muss nach Abschluss des Braunkohleabbaus ebenfalls in dem verbleibenden Restloch angelegt werden. Sein Volumen wird durch das bergbaubedingte Massendefizit bestimmt. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand dürfte dabei eine Restseefläche von mehr als 35 km² entstehen. In Bezug auf Fläche, Tiefe und Volumen wird er größere Ausmaße als die Restseen in Garzweiler oder Inden haben. Mit seiner Befüllung wird deutlich früher als bisher geplant zu beginnen sein. Es sind daher die notwendigen Voraussetzungen für einen vielfältig nutzbaren und hochwertigen See in Hambach zu schaffen. Dazu werden die Anforderungen der Leitentscheidung 2016 auch auf die Neugestaltung des Restsees Hambach übertragen. Somit gelten folgende wasserwirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen:

  • Der Restsee hat in möglichst großem Umfang an unverritztes Gebirge zu grenzen, um zu Gunsten der Wasserqualität den Zufluss von Kippenwasser in den Restsee soweit wie möglich zu minimieren.
  • Um eine chemisch stabile Schichtung des Restsees zu unterstützen, soll der Restsee eine möglichst kompakte Form und eine möglichst große Tiefe aufweisen.
  • Der Restsee soll mit Rheinwasser befüllt werden, um die Füllzeit für See und Grundwasserkörper zu verkürzen.
  • Das zu planende endgültige Niveau des Wasserstands im Restsee ist unter Berücksichtigung des Gefälles, das für den oberirdischen Abfluss zur Erft nötig ist, zu planen. Im Hinblick auf möglichst verträgliche Grundwasserflurabstände für die bestehende Besiedlung im Umfeld und westlich der Erft sind Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen.
  • Der spätere Abfluss des Restsees in die Erft muss dauerhaft gesichert werden. Dies kann auch Gegenstand eines sachlichen (Braunkohlen-)Teilplans in den 2020er Jahren werden.

Neben den wasserwirtschaftlichen, chemischen und ökologischen Anforderungen sollen zudem möglichst frühzeitig Zwischennutzungen an und auf den Restseen möglich sein. Hinsichtlich von frühzeitigen und langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten sind bei der Planung des Seeuferbereichs und der Sicherheitszone die Belange von Freiraum- und Naturschutz, Erholung und Tourismus sowie der Stadtentwicklung zu berücksichtigen und miteinander in Einklang zu bringen. Dazu können z.B. ausgewählte Uferbereiche der Restseen als naturnahe Sekundärbiotope ausgestaltet (u. a. Flachwasser- und Röhrichtzonen) und dort intensive Freizeitnutzungen ausgeschlossen werden.

Die konkrete Restseeplanung erfolgt in den Braunkohlenplanänderungsverfahren und in den folgenden wasserwirtschaftlichen Verfahren. 

 

Kommentare

Große (Tagebau-)Seen ohne Zu- und Abflussmöglichkeit sind tote Seen.
Folgen Sie unseren Vorschlag nach einem offenen Gewässer zur Füllung der Tagebaue aus dem Rhein, der eine Durchströmung aller Tagebaue auf Dauer gewährleisten kann. Außerdem wird ein offenes Gewässer zur Nutzung der Vorflut zu nutzen sein. Der auch eine Nivelierung des Grundwassers ermöglicht.

Die leidvollen Erfahrungen früherer Tagebaubefüllungen zeigen, dass hier ein erhöhtes Risiko bei den Uferböschungen besteht. Deshalb müssen die Uferböschungen via GPS ständig überwacht werden, weil mit Abbrüchen und Erdrutschen zu rechnen ist, wie z.B. in Nachterstedt 2009, wo drei Menschen ums leben kamen und viele Menschen des Dorfes obdachlos wurden:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erdrutsch-von-nachterstedt-geh...
Während des Tagebaubetriebes wurde das gesamte Umland mittels Pumpen trockengelegt. Wird nun der Tagebau geflutet, werden die Uferböschungen instabil und können ins rutschen geraten:
https://www.youtube.com/watch?v=JJSDXukwdcw
Diese Gefahr muß fachkundig mittels GPS überwacht werden und Böschungen nötigenfalls verdichtet werden!

Die klare und gute Darstellung der Rahmenbedingungen für die zukünftigen Tagebauseen ist zu begrüßen. Eine Befüllzeit des Hambacher Sees von maximal 40 Jahren wird jedoch nur möglich sein, wenn die entnahmebedingte Absenkung des Rheinwasserspiegels auf immer noch verträgliche 2 cm vergrößert wird (s. Kommentar nächster Entscheidungssatz).

Moderationskommentar

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Wir sind erfreut über die sehr rege Beteiligung auf dieser Plattform zur Leitentscheidung Braunkohle.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsbeteiligung die 14 Entscheidungssätze des Entwurfs der neuen Leitentscheidung stehen.
Hier ist das Land an allgemeinen, sachorientierten Stellungnahmen zum Inhalt der einzelnen Entscheidungsätze interessiert, nicht an Korrekturen einzelner Formulierungen oder an grundsätzlichen Beiträgen, die sich nicht auf die Entscheidungssätze beziehen.

Es ist auch möglich, Stellungnahmen einzureichen, die sich nicht auf einen konkreten Entscheidungssatz des Dokuments, sondern auf ein Thema oder auf das ganze Dokument beziehen.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine Konsultation. Das heißt, es wird um Feedback gebeten. Es ist nicht vorgesehen, fachliche Fragen an die zuständigen Behörden zu stellen.
Dennoch bemühen wir uns bei grundlegenden Verständnisfragen zum Entwurfstext, diese in Absprache mit dem Ministerium zu beantworten, um eine informierte Grundlage zur Beteiligung zu schaffen.
Dies kann jedoch mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bitte konsultieren Sie bei etwaigen Fragen zum Verfahren und dem Entwurfstext der Leitentscheidung zunächst die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen und "Häufige Fragen"

Wir bitten um Ihr Verständnis,
Ihr Moderationsteam

Sehr geehrte Damen und Herren, meine Bedenken sind, dass Nette, Schwalm etc Durch die Absenkung des Grundwassers erheblich leiden werden. Dies hat eine weiterreichende Auswirkung auf wichtige Ökosysteme.
Die trockene Jahre werden durch den Klimawandel schlimmer werden. Sodass wir Grundwasser noch mehr brauchen. Wenn dieses Vorhaben nicht anders gestaltet wird werden wir in einigen Jahren die Konsequenzen spüren.
Wir sind auf ein gesundes Ökosystem angewiesen. Wozu muß man dort überhaupt weiter baggern, wenn wir eh aus der Kohle aussteigen und man weiß, dass man den günstigen Strom hinterher viel teuer zu bezahlen hat, eben durch die schädlichen Auswirkungen auf das Klima
deswegen kann man aucg die Dörfer stehen lassen. Irgendwann sollte es jeder Begriffen haben, dass wir nur zerstören, als nachhaltig etwas zuschaffen

Wie soll das ganze genaustens überwacht werden? Sagt man dann später, dass es der Klimawandel schuld ist, dass wir kein Wasser in den Seen haben? Oder ist man sich bewusst, dass das ganze Vorhaben ziemlich schwierig ist, heute sicher sagen zu können - Nette, Schwalm, das Grundwasser der gesamten Region ist sicher?
Wer ist dann verantwortlich?
Jeder, der heute an dem Projekt arbeitet, ist ja in 40 Jahren wahrscheinlich nicht mehr im Amt. Wir sollten aber über die Konsequenzen unseres Handelns nachdenken und eine 100% Sicherstellung unserer Lebenswichtigen Ressourcen wie Wasser gewährleisten.
Bei ihren Plänen hört sich alles so an, als ob ihr Vorhaben ohne Probleme durch zu führen ist. Gibt es jetzt schon Schwachstellen?
Beispiel: bei der Planung einer Müllumladestation in Nettetal wurde ein Büro damit beauftragt - der für die Emissionen zuständige wurde von mir gefragt, wie das denn dort mit den Feinstaubwerten aussieht, dass wir jetzt schon immer die Messwerte übersteigen. Da antwortet er tatsächlich, dass er ja nicht wüsste, wo die Messtation ist!!! Ich erzählte ihm dann: direkt neben der geplanten Umlade.
Da es sich um eine Öffentliche Veranstaltung des Kreises gehandelt hat, war das Entsetzen natürlich groß. Dadurch weiß man einfach, dass es nicht immer alles so ist, wie es scheint und ganz offensichtlich an Projekten Leute mitwirken, die die Gegebenheiten nicht wirklich kennen, sondern nur auf dem Papier. Und wenn es einem persönlich nicht wichtig ist, weil man vielleicht nicht in Nettetal oder direkt bei Garzweiler wohnt- dann kann man ja auch heute noch viel leichter über Dinge entscheiden, die für einen weit weg sind. Zeitlich, wie räumlich... Sie planen hier auch für die Zukunft vieler Menschen, die noch gerne lange hier ein gutes Leben haben wollen und auch die Generationen, die nach uns kommen, wollen das.
Deshalb handeln sie so, wie sie es mit einer persönlichen Betroffenheit machen würden.
Ich jedenfalls habe Angst um unsere wunderschöne Landschaft, unsere Bäume, Unsere Seen, um die Menschen, die ihre Heimat weiterhin unnützerweise verlieren, um unser Klima.
Schade, dass einige Wenige die Macht haben, über so viele Schicksale zu entscheiden. Ich will für alle meine Mitmenschen auch noch in vielen Jahren ein gutes Leben.

Seit Beginn der Tagebauplanung wurden Restseen geplant. Wozu eigentlich?
Mann könnte auch die aufgeschüttete Sophienhöhe dazu nutzen, die Restlöcher wieder zu verfüllen.
Das Material dieser Sophienhöhe wurde mit Förderbändern transportiert. Genauso kann man mit Förderbändern dieses Material wieder zu den Restlöchern transportieren.
Diese Lösung wäre besser, als die Befüllung der Restlöcher mit Wasser. Aus folgendem Grund:
-Es müsste untersucht werden, ob der Rhein, infolge der letzten trockenen Sommer überhaupt in der Lage ist,
genügend Wasser für die Restlöcher zu liefern. (Abschmelzende Gletscher, Klimawandel, etc. wurden oben im
Entscheidungssatz ja schon erwähnt.)
-Was passiert mit dem gewachsenen Untergrund wenn er vom Wasser umspült wird? Eine logische Folge ist doch,
dass der Untergrund sich löst und dann rutscht. Auch wird ein steiler Böschungswinkel zusätzlich dazu beitragen.
Wir alle waren schon mal am Meer. Man beachte die flachen Winkel der Strände. Hier wird der Untergrund durch
diese flach auslaufenden Strände nicht weggespült. Auch die angrenzenden Dörfer der Restseen müssten mit solch einem flachen Winkel "geschützt" werden.
-Der Rhein liegt ca. 30m über Normalnull. Wenn die Restlöcher durch den Rhein gefüllt werden, liegt der
Wasserspiegel der Restseen im günstigsten Fall bei ca. 30m über Normalnull. Die an den Restseen angrenzenden
Dörfer liegen ca. bei 80m bis 110m über Normalnull. D.h. an jedem Dorf entsteht erst ein mal ein Abhang von ca. 50-
80m. Mit welchem Aufwand soll dieser Abhang befestigt werden? Wer trägt hierfür die Kosten? Wer möchte schon
an solch einem Abhang wohnen?
-Wie sinnlos ist es eigentlich, die Kohle zur Gewinnung von Strom abzubauen und anschließend Unmengen von Strom
zu vergeuden um Wasser ins Loch zu pumpen? Hoffentlich wird hier nicht mehr Energie verbraucht, als durch die
Gewinnung von Kohle gewonnen wurde!
-die angrenzenden Dörfer müssten Jahrzehnte GPS überwacht werden, um sicherzustellen, dass der Untergrund nicht durch dass umgrenzende Wasser nachgibt. Hier müsste quasi ein Frühwarnsystem installiert werden. Zum Schutz der Bevölkerung und ihrer Sachwerte.

Moderationskommentar

Guten Tag Alter Holzweiler,

vielen Dank für Ihren Kommentar zu diesem Entscheidungssatz.

Ich möchte Sie darauf Hinweisen, dass die Rückmeldung zu den Leitentscheidungen der Kern dieser Beteiligung ist. Aus diesem Grund ist es uns leider nicht möglich auf alle fachlichen Fragen einzugehen. Dennoch bemühen wir uns grundlegenden Verständnisfragen zum Entwurfstext in Absprache mit dem Ministerium zu beantworten. Dies kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Beste Grüße
Sanja Osieja (Online-Moderation)

Der alpine Wasserhaushalt reicht nicht mehr aus, um eine Seenlandschaft entstehen zu lassen, die Wasserqualität selbst und die Stabilität der Steilufer sind weitere, nicht gelöste Probleme, die durch neueste geologische Erkenntnisse, die ein Absacken des Bodens registrieren, erschreckende Dimensionen bekommen. Wir sind im Teufelskreis geraten: Weniger Regen durch Verzögerung des Braunkohleausstiegs, keine klare Lösung für die Restlöcher, die ihr eigenes Mikroklima erzeugen und durch Erosion immer grösser werden.

In Zeiten von Klimawandel und zunehmender Trockenheit muss man sich die Frage stellen, woher das Wasser kommen soll! Wir haben nicht genügend Wasser um unsere Bäume zu retten, aber einen See zu befüllen ist kein Problem?! Gerade muss die Stadt Erkelenz 150 Bäume wegen Schädlingsbefall und extremer Trockenheit fällen, aber hier gibt es ein geheimes Wasser-Reservoir? Verstehe ich nicht!

Der Entwurf der LE greift hier zu. Vor dem Hintergrund eines früheren Endes des Tagebaus (spätestens 2038), den jüngsten Trockenheitsjahren und einer sich verschärfenden klimatischen Entwicklung bedarf es einer neuen Bewertung der Machbarkeit der Restseebefüllung durch eine zusätzliche gutachterliche Überprüfung nicht allein nur der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen. Dieses Gutachten sollte nicht nur die Auswirkungen der zu erwartenden zukünftigen Trockenphasen auf die Rheinwasserführung, die damit verbundenen technischen und zeitlichen Bedingungen der Restseebefüllung, die Anforderungen der Binnenschifffahrt, sondern auch die Folgen für die Restseeökologie, die Rekultivierung und die Tragebauanrainer untersuchen. Es sollte sich auch mit dem Szenario auseinandersetzen, wenn eine Restseebefüllung in den avisierten Zeiträumen nicht gelingt. Hier soll es insbesondere die Konsequenzen für die Tagebauführung, seine Dauer und Größe beleuchten und entsprechende Empfehlungen ausarbeiten.

Für eine fach- und sachgerechte Restseebefüllung im Rheinischen Braunkohlerevier sollte ein unabhängiges Restseemanagement eingerichtet werden. In diesem Management wären dann alle relevanten Monitoring- , Überwachungs- und Steuerungsprozesse bezogen auf die erforderlichen qualitativen und quantitativen Anforderungen zu bündeln.

Die Auswertung, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW zusammen mit dem Erftverband vorgenommen hat, basiert auf Untersuchungen aus den Jahren 2007 und 2016. Das ist in diesen Zeiten der Wasserknappheit lange her. Es braucht hier eine aktuelle Machbarkeitsstudie. Diese muss in kürzeren Zeiträumen aufgrund der sich ständig ändernden klimatischen Verhältnisse in viel kürzeren Zeiträumen aktualisiert werden.

Gibt es eine aktuelle Machbarkeitsstudie?
Was wäre wenn die trockenen Jahre so weiter gehen? Fließen Worst-Case Szenarien mit ein? Denn nur dann kann ja sichergestellt sein, dass man nicht blauäugig ins Verderben rennt?!
Und Pläne hat, die verhindern, dass die Quellen der Flüsse und Seen austrocknen?
Das Grundwasser geht jetzt schon überall zurück - fragen nach jemanden, der vorhandene Brunnen tiefer macht, häufen sich. In Gemeinden nahe des Loches ist es schon nicht mehr möglich an Grundwasser für Brunnen zu kommen! Bäume sind aber auch auf Grundwasser angewiesen!
Gleichzeitig ist dann auch unser Trinkwasser gefährdet.

Giftige Stoffe, die sich noch in den ausgekohlten Gruben befinden, können beim Eintreten in das Grundwasser dieses verseuchen. Wir regen an, dass unter festgelegten Auflagen eine kontrollierte Zuführung des Wassers und Überwachung der Qualität stattfindet.

Erschreckend, wie lange es noch dauern wird, bis die Restseen tatsächlich nutzbar sind - und sehr offen, ob bis dahin noch genügend Grundwasser vorhanden sein wird, um sie nicht austrocknen zu lassen. Auch die Nutzung von Rhein- bzw. Rurwasser beruht auf der Annahme, dass genügend Wasser in beiden Flüssen vorhanden sein wird - eine Annahme, die angesichts der trockenen Jahre kaum haltbar ist. Es ist dringend Vorsorge dafür zu treffen, dass die Auffüllung wesentlich länger dauern wird als geplant, u.a. weil Oberanrainer der Rheins ihrerseits Wasserspeicher anlegen, und die Kohleentnahme auf ein Minimum zu begrenzen.