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C2: Nutzung von Rheinwasser für die Restseebefüllung für Garzweiler und Hambach

Entscheidungssatz 10: Nutzung von Rheinwasser für die Restseebefüllung von Garzweiler und Hambach

Die Befüllung des Restsees Hambach und die Auffüllung des Grundwasserleiters ist wie in Garzweiler durch die Zuf

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C4: Umbau der Erft

Entscheidungssatz 12: Umbau der Erft

Es müssen die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um die Erft in einen naturnahen sowie chemisch und ökologisch guten Zustand zu bringen.

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C3: Sichere Bereitstellung von Trink-, Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser

Entscheidungssatz 11: Sichere Bereitstellung von Trink-, Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser

Die ausreichende, qualitativ hochwertige Bereitstellung von Trink-, Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser ist weiterhin zu sichern. Die Trinkwasserversorgung hat dabei Vorrang vor allen anderen Nutzern und Belangen. Darüber hinaus hat die Bereitstellung von Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser und insbesondere die Versorgung der erhaltenswerten Feuchtgebiete und zu stützenden Oberflächengewässer Vorrang vor der Restseebefüllung. Auch die ausgleichpflichtige Bewässerung der Landwirtschaft muss gesichert sein.

Es soll sichergestellt werden, dass auch bei anhaltenden Niedrigwasserereignissen die Feuchtgebiete und gestützten Oberflächengewässer mit ausreichenden Wassermengen versorgt werden.

Für den Einflussbereich des Tagebaus Hambach ist zur Gewährleistung und zur Sicherstellung der zukünftigen Wasserversorgung frühzeitig ein ausreichend hohes Schutzniveau für das dann erweiterte Einzugsgebiet der Wassergewinnungsanlage Dirmerzheim (Erftstadt) festzulegen bzw. festzusetzen.

Grundsätzlich werden sich in den heute durch Sümpfungen betroffenen Bereichen (Rur-, Erft- und Venloer sowie untergeordnet der linksrheinische Anteil der Kölner Scholle) nach dem Ende des Braunkohlenbergbaus wieder vorbergbauliche Grundwasserstände einstellen. Dabei handelt es sich jedoch um einen viele Jahrzehnte andauernden Prozess. Dieser soll durch die Heranführung von Rhein- und Rurwasser beschleunigt werden. Bis dieser Zustand erreicht ist, werden die Wasserbedarfe von Bevölkerung, Natur, Industrie und Landwirtschaft weiterhin über Ausgleichsmaßnahmen – vor allem durch eine fortgesetzte Bereitstellung von Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser – sichergestellt werden müssen. Im Einflussbereich des Tagebaus Garzweiler II bzw. der Venloer Scholle (Nordrevier) könnte es dabei zu einem Zielkonflikt zwischen der Bereitstellung von Ökowasser zum Erhalt der Feuchtgebiete im Schwalm-Nette-Gebiet sowie zur Stützung von Oberflächengewässer, der Befüllung des Restsees Garzweiler II und der Bereitstellung von Ersatz- und Ausgleichswasser kommen. Dabei hat die Bereitstellung von Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser Vorrang vor der Restseebefüllung. Die Trinkwasserversorgung hat Vorrang vor allen anderen Nutzern und Belangen. Die Beeinträchtigung der Grundwasserqualität durch den Abstrom hoch mineralisierten Grundwassers aus den Kippen des Tagebaus Hambach und der Alttagebaue und deren Auswirkungen auf die Wasserwerke zwischen Bedburg und Kerpen ist weiter zu minimieren.

Mit dem Anstieg des Grundwassers können Altlasten und Deponien, die bisher oberhalb des Grundwassers liegen, zukünftig Grundwasserkontakt haben. Zur Sicherstellung der Grundwasserqualität müssen diese zeitnah identifiziert, einer Gefährdungsabschätzung unterzogen und bezüglich ggf. erforderlicher Sanierungsmaßnahmen priorisiert werden.

In der mittleren und nördlichen Erftscholle wird eine Beeinträchtigung der Grundwasserqualität durch den Abstrom hoch mineralisierten Grundwassers aus den Kippen des Tagebaus Hambach und der Alttagebaue in einigen Jahrzenten indiziert werden („Sulfatfront“). Wasserwerke zwischen Bedburg und Kerpen werden deswegen in den kommenden Jahrzehnten sukzessive ihren Betrieb einstellen. Zur Minimierung der Auswirkungen sind geeignete Gegenmaßnahmen zu prüfen und bei Bedarf zu ergreifen. Die Wasserversorgung im Südrevier bzw. insbesondere im Rhein-Erft-Kreis kann dann dauerhaft über die Wassergewinnungsanlage Dirmerzheim (Erftstadt) gesichert werden. Die Wassergewinnung ist insbesondere durch folgende Maßnahmen zu flankieren:

  • Das potenzielle Einzugsgebiet wird im Regionalplan Köln bereits mit einem „Bereich für den Grundwasser- und Gewässerschutz“ abgesichert. Wegen der Bedeutung des Einzugsgebiets für die zukünftige Wasserversorgung des Südreviers ist hier im Sinne des raumordnerischen Vorsorgeprinzips auch künftig ein hohes bzw. höheres Schutzniveau zu erzielen. Die Regionalplanung kommt damit auch dem Auftrag des Landesentwicklungsplans (Ziel 7.4-3 „Sicherung von Trinkwasservorkommen“) nach. 
  • Darüber hinaus kann zum Schutz gegen nachteilige Einwirkungen weitergehend die Festsetzung eines Wasserschutzgebietes gemäß § 51 Wasserhaushaltsgesetz beitragen. Die Festsetzung eines Wasserschutzgebietes dient insbesondere dazu, Entnahmen der öffentlichen Wasserversorgung präventiv vor nachteiligen Beeinträchtigungen zu schützen und Gefährdungen im Vorfeld auszuschließen. Die Festsetzung kann im Interesse einer derzeit bestehenden oder künftigen öffentlichen Wasserversorgung erfolgen, wenn das Wohl der Allgemeinheit es erfordert. Das Wohl der Allgemeinheit dürfte hier aus der zukünftigen Sonderstellung der Wassergewinnungsanlage für die Trinkwasserversorgung des Südreviers folgen. Es ist daher zu prüfen, ob die Festsetzung eines neuen Wasserschutzgebietes unter Berücksichtigung des zukünftig zu erwartenden (größeren) Einzugsgebietes möglich und erforderlich ist.

Die Trinkwasserversorgung wird im gesamten Rheinischen Revier auch bei einem vorzeitigen Ende des Tagebaugeschehens langfristig gesichert bleiben. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass bis zum endgültigen Grundwasserstand auch die vorhandenen Möglichkeiten zur Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen weiterhin gegeben sind.

Kommentare

Ich bezweifele, dass die Herstellung des Grundwassergleichgewichtes gelingt. Wir haben ein unter Naturschutz stehendes Grundstück (Streuobstwiese) im Süden von Mönchengladbach-Wanlo ca. 300 m entfernt vom Schutzwall. Das Grundstück ist in den letzten Jahrzenten um ca. 30 cm abgesackt. Leider sind auch alle Birnbäume, die meisten Kirschbäume und viele Pflaumenbäume kaputt gegangen. Vermutlich ist das Absacken ein Nachgeben, weil das Wasser abgepumpt wird und der Hohlraum dann nachgibt. Die nächste Pumpstation ist auch nur 100 m entfernt. Ich denke abpumpen ist technisch problemlos machbar, aber wie soll die wassertechnische Rekultivierung aussehen? Wird unser Grundstück dann extra mit Wasser versorgt? Wir versuchen heute schon Ausgleichsmöglichkeiten für Tiere zu schaffen indem wir den Antrag gestellt haben ein Biotop anzulegen.

Was macht die jetzige Leitentscheidung mit dem Begriff Klimawandel. Müsste er nicht eine Rolle spielen, gerade wenn der Entscheidungssatz heisst: Sichere Bereitstellung von Trink-, Öko-, Ausgleichs- und Ersatzwasser. Das fehlt mir hier, mindest einen Ausblick auf die Befüllung der Restseen, wenn das Rheinwasser nicht wie erhofft, wegen Trockenheit zur Verfügung steht, woher nehmen wir dann das Wasser für die Restseen. Was macht dann unser Grundwasser ? Füllt es dann selbstständig den Restsee ?

Die klare und vollständige Darstellung der Erfordernisse und Möglichkeiten der Wasserversorgung in der Bergbaunachfolgelandschaft ist sehr zu begrüßen. Es ist insbesondere darauf zu dringen, dass die Sicherung des Dargebotsgebiets für das Wasserwerk Dirmerzheim nun auch rechtlich eindeutig wird.

Moderationskommentar

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Wir sind erfreut über die sehr rege Beteiligung auf dieser Plattform zur Leitentscheidung Braunkohle.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsbeteiligung die 14 Entscheidungssätze des Entwurfs der neuen Leitentscheidung stehen.
Hier ist das Land an allgemeinen, sachorientierten Stellungnahmen zum Inhalt der einzelnen Entscheidungsätze interessiert, nicht an Korrekturen einzelner Formulierungen oder an grundsätzlichen Beiträgen, die sich nicht auf die Entscheidungssätze beziehen.

Es ist auch möglich, Stellungnahmen einzureichen, die sich nicht auf einen konkreten Entscheidungssatz des Dokuments, sondern auf ein Thema oder auf das ganze Dokument beziehen.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine Konsultation. Das heißt, es wird um Feedback gebeten. Es ist nicht vorgesehen, fachliche Fragen an die zuständigen Behörden zu stellen.
Dennoch bemühen wir uns bei grundlegenden Verständnisfragen zum Entwurfstext, diese in Absprache mit dem Ministerium zu beantworten, um eine informierte Grundlage zur Beteiligung zu schaffen.
Dies kann jedoch mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bitte konsultieren Sie bei etwaigen Fragen zum Verfahren und dem Entwurfstext der Leitentscheidung zunächst die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen und "Häufige Fragen"

Wir bitten um Ihr Verständnis,
Ihr Moderationsteam

Die nun schon 3 Jahre aufeinanderfolgende Trockenheit hat gezeigt, dass zukünftig auch hier auf unseren wasserspeichernden Lösslehmböden Beregnungsmöglichkeiten für eine qualitativ hochwertige Pflanzenproduktion unerlässlich sein werden. Es fehlen Frühjahrs- und ausreichende Winterniederschlagsmengen, um die Wasserreserven im Boden aufzufüllen,
Die Grundwasserabsenkungen durch RWE Power führen dazu, dass seit vielen Jahren eine Grundwasserentnahme für die Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen nicht genehmigt werden.
Die extreme Grundwasserabsenkung wird noch viele Jahrzehnte nachhaltig spürbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt unserer Böden haben. Die systemrelevante Produktion von Nahrungsmitteln muss eine andere Priorität erhalten.
Es muss sichergestellt werden, dass die ausgleichpflichtige Bewässerung der Landwirtschaft ebenfalls Vorrang vor der Restseebefüllung hat und die Versorgung mit ausreichenden Wassermengen auch bei Niedrigwasserereignissen gewährleistet ist.
Das Ausgleichswasser für die Landwirtschaft muss allen landwirtschaftlichen Betrieben im Tagebaubereich Garzweiler unter gleichen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden.

Die nun schon 3 Jahre aufeinanderfolgende Trockenheit hat gezeigt, dass zukünftig auch hier auf unseren wasserspeichernden Lösslehmböden Beregnungsmöglichkeiten für eine qualitativ hochwertige Pflanzenproduktion unerlässlich sein werden. Es fehlen Frühjahrs- und ausreichende Winterniederschlagsmengen, um die Wasserreserven im Boden aufzufüllen,
Die Grundwasserabsenkungen durch RWE Power führen dazu, dass seit vielen Jahren eine Grundwasserentnahme für die Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen nicht genehmigt werden.
Die extreme Grundwasserabsenkung wird noch viele Jahrzehnte nachhaltig spürbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt unserer Böden haben. Die systemrelevante Produktion von Nahrungsmitteln muss eine andere Priorität erhalten. Es muss sichergestellt werden, dass die ausgleichpflichtige Bewässerung der Landwirtschaft ebenfalls Vorrang vor der Restseebefüllung hat und die Versorgung mit ausreichenden Wassermengen auch bei Niedrigwasserereignissen gewährleistet ist.
Das Ausgleichswasser für die Landwirtschaft muss allen landwirtschaftlichen Betrieben im Tagebaubereich Garzweiler unter gleichen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden.

Zitat: Die Trinkwasserversorgung hat Vorrang vor allen an- deren Nutzern und Belangen. Die Beeinträchtigung der Grundwasserqualität durch den Abstrom hoch mineralisierten Grundwassers aus den Kippen des Tagebaus Hambach und der Alttagebaue und deren Auswirkungen auf die Wasserwerke zwischen Bedburg und Kerpen ist weiter zu minimieren. Mit dem Anstieg des Grundwassers können Altlasten und Deponien, die bisher oberhalb des Grundwassers liegen, zukünftig Grundwasserkontakt haben. Zur Sicherstellung der Grundwasserqualität müssen diese zeitnah identifiziert, einer Gefährdungsabschätzung unterzogen und bezüglich ggf. erforderlicher Sanierungsmaßnahmen priorisiert werden.
In der mittleren und nördlichen Erftscholle wird eine Beeinträchtigung der Grundwasserqualität durch den Abstrom hoch mineralisierten Grundwassers aus den Kippen des Tagebaus Hambach und der Alttagebaue in einigen Jahrzenten indiziert werden („Sulfatfront“). Wasserwerke zwischen Bedburg und Kerpen werden deswegen in den kommenden Jahrzehnten sukzessive ihren Betrieb einstellen."

Ich habe vor ca. 40 Jahren als Teenager mit gegen diese Form des Abbaus protestiert. Ein Grund war genau diese Wasserthematik. Damals wurde das von den Betreibern klein geredet. Hier wird offenbar nicht nur eine extreme Grundwasserverschmutzung in Kauf genommen, sondern auch die Trockenlegung von wichtigen Feuchtgebieten. Ich bin entsetzt. Die Kosten der Maßnahmen zum Schutz der Wasserqualität trägt hoffentlich der Konzern. Mich wundert auch, dass der Sanierungsbedarf nicht schon bekannt ist.

Die Politik hat die Verantwortung die regionalen Wasserversorgung in Trinkwasserqualität zu akzeptablen Preisen dauerhaft für die Zukunft sicherzustellen. Eine Voraussetzung dazu ist die sofortige Beendigung der Braunkohleverstromung. Dabei ist für die Pyrit-Problematik eine Lösung jenseits der bisherigen künstlichen Sachzwanglogik, dafür sei die Fortsetzung von Garzweiler II erfoderlich, zu finden. Der bisherige Braunkohleabbau im Bereich von Garzweiler 2 fördert große Menge des hochtoxischen Pyrit zu Tage. Dieser Abraum ist über Jahrzehnte von Rheinbraun und RWE power nicht durch Kalk neutralisiert worden. Jetzt wird die Fortführung von Grazweiler II damit begründet, nur hierdurch sei es möglich, das Eindringen der toxischen Pyritte in das Grundwasser bzw. in den Restsee zu verhindern. Für diese Problematik hat die Landespolitik in ihrer Leitentscheidung eine Lösung jenseits einer Fortführung von Garzweiler II aufzuzeigen.

In den angrenzenden Dörfern ist heutzutage das Grundwasser ein großes Problem. Geologe warnen für weiteres Wegpumpen des Grundwassers, weil das komplette Umland bereits jetzt absackt. Die ältere Dorfshäuser sind alle betroffen und zeigen in Schnelltempo neue Risse, während alte Obstwiesen nach und nach absterben und nicht mehr durch Neupflanzung ersetzt werden können, denn woher kommt das Wasser? Von Kuckum bis zum Wickrath sind alte Baumbestände abgängig. Wie es weiter geht mit sensible Naturgebiete wie Niersbruch und Finkenberger Bruch, oder die Niers? Die hängen jetzt buchstäblich am Tropf. Wie langfristig ist langfristig? Hier entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft, wenn es RWE wirklich ernst ist mit den ´Ewigkeitsschäden´, denn ohne eine Wasserversorgung ist es unmöglich die Zukunft zu gestalten.