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A2: Energieregion der Zukunft und Mobilitätsrevier der Zukunft

Entscheidungssatz 2: Energieregion der Zukunft und Mobilitätsrevier der Zukunft, Wiederherstellung landwirtschaftlicher Nutzflächen

Das Rheinischen Revier soll von einer vom Kohlebergbau geprägten hin zu einer nachhaltigen Mobi

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A1: Zukunftsräume für Region und Kommunen

Entscheidungssatz 1: Zukunftsräume für Region und Kommunen

Um die Tagebaufolgelandschaften zu „Räumen der Zukunft“ zu entwickeln, sollen die ehemaligen Tagebauflächen wieder mit dem umgebenden Raum verbunden werden und damit innovative wie nachhaltige Entwicklungsperspektiven eröffnen. Hieran und an das vom Revierknoten „Raum“ zu entwickelnde Zukunftsbild für die Region anknüpfend sollen die regionalen Planungsträger gemeinsam mit den Kommunen im Revier den planerischen Rahmen dafür schaffen.

Der interkommunalen Kooperation, insbesondere in den Tagebauumfeldinitiativen Indeland GmbH, Landfolge Garzweiler und Strukturentwicklungsgesellschaft Hambach, kommt in diesen Prozessen und in der späteren Umsetzung eine zentrale Funktion zu. Sie sollen dazu unterstützt werden.

Die nach der Wiederherstellung und Rekultivierung der Tagebaue entstehenden Räume eröffnen völlig neue Ansatzpunkte für die Entwicklung des gesamten Reviers. Während die Tagebaue und die zugehörigen Betriebsflächen in der Vergangenheit Räume voneinander getrennt haben, können diese in Zukunft eine verbindende und inklusive Raumfunktion für eine innovative Folgelandschaft wahrnehmen. Sie können zum Ausgangspunkt sowohl für eine folgende landwirtschaftliche Nutzung als auch für eine nachhaltige Gewässer-, Landschafts- sowie flächenschonende, natur- und umweltverträgliche Siedlungsentwicklung im gesamten Revier und damit auch zu Leitprojekten der geplanten „Internationalen Bau- und Technologieausstellung“ werden. Gleichzeitig können sie eine Leuchtturmfunktion im noch vom Revierknoten „Raum“ zu entwickelnden Zukunftsbild für die Region übernehmen.

Die planungsrechtliche Zuständigkeit der Regionalräte sowie der Städte und Gemeinden endet nicht an den Grenzen des Braunkohlenplans oder der bergrechtlichen Betriebspläne. Mit dem nun zeitlich festgelegten und nahenden Ende des Abbaus und der anstehenden Rekultivierung der Tagebaue sind Region und Kommunen vielmehr aufgerufen, ihre zukünftigen Entwicklungs- und Nutzungsvorstellungen zeitlich angemessen in Regionalplanung, Fach- und Bauleitplanung umzusetzen. Mit den entsprechenden Festlegungen in Regional- und Bauleitplanung können die Planungen in den noch zuzulassenden bergrechtlichen Abschlussbetriebsplänen bereits berücksichtigt werden, so dass bestehende regionale und kommunale Planungsvorstellungen realisierbar werden. Eine vorausschauende Regional- und Kommunalentwicklung kann somit bereits heute die räumlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung der ehemaligen Tagebauflächen schaffen. Dabei sollte primär die Nachnutzung der Betriebsanlagen der RWE Power AG (v.a. Standorte der Strom- und Produkterzeugung, Infrastruktur und Tagesanlagen der Tagebau), die im Zuge des Kohleausstiegs nicht mehr benötigt werden, berücksichtigt und frühzeitig in die zukünftige Planung eingebunden werden.

Beste Voraussetzungen haben sich die Städte und Gemeinden im Revier bereits erarbeitet: Die Zusammenschlüsse zu den Tagebauumfeldinitiativen Indeland GmbH, Landfolge Garzweiler und Strukturentwicklungsgesellschaft Hambach und ihre gemeinsamen und innovativen Planungen bieten beste Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung in einem vom grundlegenden Wandel geprägten Umfeld. Die Landesregierung wird die kommunale Zusammenarbeit rund um die Tagebaue weiter unterstützen. Auch die Regionalräte Köln und Düsseldorf sollen die Zukunftspläne aktiv begleiten und mit den Regionalplanungsbehörden die Kommunen unterstützen. Weitergehende Maßnahmen zur Unterstützung der Arbeit der Umfeldinitiativen, vor allem bei Planungsleistungen, sollen geprüft werden. Bei diesen Planungen sind die relevanten örtlichen Akteure frühzeitig zu beteiligen.

Kommentare

Die Erneuerung der Autobahn A61 ist von der Kapazität her nicht mehr erforderlich. Eine sinnvolle und leistungsfähige Umgestaltung der Autobahnkreuze Holz und Vanlo ist allerdings dringend erforderlich. Mit diesem Umbau kann sofort begonnen werden. Das bringt auch eine schnelle Entlastung der Autobahnknoten. Die Ergänzung durch eine Bundesstraße in dem Bereich ist ebenfalls nicht sinnvoll. Allerdings sind leistungsfähige Landesstraßen im dem Bereich Innovationslandschaft Gazweiler erforderlich. Dazu sind von der Landfolge Gazweiler schon sehr inovative und sinnvolle Vorschläge gemacht worden.

Ich kann die Idee, das Autobahnkreuz auszubauen nur unterstützen.
Zum Ausbau der Landstraßen kann ich leider nichts sagen.
Zumindest sollten die weggebaggerten Landstraßen ersetzt werden.

Vorschläge für eine Änderung von Straßen sind angebracht. Allerdings nach einem Konzept wie sich die Infrastruktur künftig gestalten wird. Künftige Verkehrswege unterligen Umweltregeln. Dabei unter Beachtung der unterschiedlichen Verkehrsnetze im Grenzgebiet zu unseren westlichen Nachbarn.

Es besteht seitens der Bewohner sowie politischer Bestrebungen im Raum zwischen den Rhein-Metropolen und dem Maas-Gebiet ein hohes ökonomisches und ökologisches Interesse an einer effizienten Folgenutzung der bergbaugeprägten Landschaft wie sie im Rheinischen Revier grenzüberschreitend besteht.
Es sind zunächst die historischen Bestrebungen einer schiffbaren Verbindung zwischen Rhein und Maas genannt, die zu folgen wären. Um 5 Länder mit ihrem Wirtschaftsraum zu verbinden wären. Dissertationen von 1920 und 2017 folgend betonen die Infrastrukturlücke. Betonen gleichzeitig den Schutz von Umwelt und Klima, zur Daseinsvorsorge und Versorgungssicherheit einhergehend mit einem hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen.
Die Bedeutung einer schiffbaren Verbindung von Rhein - über die Tagebaue - und Maas zum Anschluss an den Albertkanal hat nicht nur volkswirtschaftliche auch zwischenstaatliche/europäische Bedeutung.
Wir erwarten, dass für die Befüllung der Tagebaue mit Rheinwasser, ein offener Wasserweg gewählt wird, der zukünftig zu einem schiffbaren Wasserweg ausgebaut werden kann.
Es ist nicht zukunftsförderlich wenn Rheinwasser nur zur Füllung von (vorerst Garzweiler II) durch Rohrleitungen erfolgen soll. Eine dafür vorgesehene und geplante Trasse von 70 Meter Breite, reicht für die Anlegung eines offenen Wasserweges. Nachhaltiger kann es doch nicht sein!

Die Idee die Gewässer und auch die Metropolen mehr mit Wasserstraßen zu verbinden, finde ich auch im Transport sowie Individualverkehr interessant. Je dichter das Netz der Wasserstraßen, umso mehr kann dies der Entlastung der Autobahnen durch Frachtverkehr dienen.
Da kämen auch die Wassersportarten nicht zu kurz.

Was bedeutet die Stillegung der Braunkohletagebaue für NRW?
Was dient dabei zur Daseinsvorsorge der Rheinmetropole und den linksrheinischen Bergbauregionen?
Wir fassen zusammen:
Seit Generationen ein PLAN (Aktivitäten seitens der Kommunen bis in die ´80ger Jahre).
"Der Kanal zügelt den Niederrhein (Entspannung extremer Abflüsse durch Tagebau-Polder),
schützt Rhein-Metropole vor Hochwasserschäden (von Köln stromabwärts),
läst das Rheinische-Revier aufblühen (Lösung wasserwirtschaftlicher Belange, Urbanität, Infrastruktur, Vorflut, Grundwasser etc.),
verstärkt den Traum vom starken Europa! (Länderverbindender Wasserweg, Mittler zwischen Rheinmetropole und BENELUX/FR)
Chance die in Deutschland einmalig ist!
Unsere Forderung: Durchführung einer Machbarkeitsstudie.

Der neu geplante See im Tagebau Garzweiler kann durch sein Fassungsvermögen ganz entscheidend zum Hochwasserschutz beitragen, dazu müsste er natürlich Durch offene Flüsse mit dem Rhein sowie anderen Flüssen verbunden werden.

Sehr zu begrüßen sind die Ansätze, die ehemaligen Tagebauflächen wieder mit dem umgebenden Raum zu verbinden und gleichzeitig die kommunale Zusammenarbeit rund um die Tagebaue zu stärken. Aus gewerblicher Sicht sollten stärker noch als bisher interkommunale Gewerbegebiete angestrebt werden, um bei knappen Flächen trotzdem Zukunftsentwicklungen zu ermöglichen. Aus ökologischer Sicht sollte überlegt werden, ob die Seen nicht durch Wasserwege miteinander verbunden werden können. Verbindungen zwischen Rhein, Erft, Rur und Maas sollten ebenfalls überlegt werden, um in Zeiten des Klimawandels ein flexibleres und umfangreicheres Puffern von Niederschlagswässern im Rheinland zu ermöglichen - und ggf. weitere Potenziale für (Wasser-)Tourismus zu schaffen.

Meine Vision:
Bau eines Landschulheimes als energieautarkes Gebäude (Thermische Solaranlage, PV Anlage, Wasserstoffnutzung, Saisonalspeicher z.B. Salzspeicher, elektrischer Speicher), mit CO-gesteuerter Luftheizung mit Filter (Coronagerecht). Die Luftführungen sollten so ausgeführt sein, dass sie gut gereinigt werden könnten. Die Toilettenspülung wird mit Regenwasser gespeist. Die Toiletten und Dusche sollten behindertengerecht und geschlechtslos sein. Die Pädagogen unterrichten die Kinder in Ökologie mit Blick auf die seit Jahrzenten umweltzerstörenden Tagebau/Kohleverstromung. In der Großküche wird aus dem ökologisch geführten Garten die Nahrung von den Kindern selber unter Anleitung zubereitet.

Bis zur Beendigung der Kohleverstromung im Rheinischen Braunkohlenrevier werden sukzessive mehrere tausend gut bezahlte Arbeitsplätze bei RWE wegfallen. Gleiches gilt für Zulieferfirmen und anderen an der Wertschöpfungskette Beteiligte.
Neben der wirtschaftlichen und damit auch verbunden sozialer Absicherung vieler tausend Menschen geht ein Verlust von Kaufkraft und Gewerbesteuereinnahmen einher. Dem muss durch eine intelligente Planung zur Gewinnung vieler tausend neuer Arbeitsplätze entgegengewirkt werden. Durch Leuchtturmprojekte oder riesige Agrarflächen wird dies kaum gelingen. Hier ist die Landesregierung gefragt, gut zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Nutzung der Tagebauflächen abzuwägen. Sie sollte durch die Regional- und Landesplanung für die Kommunen entsprechende Weichen zu setzen.
Durch den vorgezogenen Austritt, insbesondere durch das Tragen der Hauptlast der Kraftwerksstillegungen zu Beginn der 2020er Jahre im Rheinischen Revier, ist der zur Verfügung stehende Zeitraum für Planungen auf Basis des gültigen Planungsrechts sehr kurz. Hier sind unbürokratische und schnelle Lösungen gefragt, für die möglicherweise durch die Landesregierung noch Wege vorzubereiten sind, bspw. Anpassungen des Planungsrechts oder Unterstützung der kommunalen Planungsämter.

Eine Rückmeldung zum Thema A "Neue Chancen für die Region".

Gute Gründe für das Thema „Liebe“:

Die Liebe ist ein sehr starkes Gefühl, sie erreicht alle Menschen und hat viele verschiedene Gesichter. Sie wurde im Laufe der Menschheit und in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich gelebt. Die Liebe ist bei Menschen aller Couleur „positiv besetzt“, interessiert alle Generationen auf ihre eigene Art und Weise, sie ist und war schon immer das große Thema.

Ein weltweit erstes Museum für die Liebe, ein interaktives Haus für die sinnliche und romantische Liebe, mit all ihren Reichtümern und Künsten, ein „gewaltiges Gedicht für die Liebe“ ist eine besondere kulturelle, soziale, wirtschaftliche und auch touristische Institution.

In Deutschland gibt es über 6.600 Museen. Es gibt zum Beispiel Museen für Waffen oder die Currywurst, aber es gibt bisher kein Museum für die Liebe, das diesen Namen rechtfertigt und sich der ganzen Liebe widmet, nicht nur der Erotik, sondern auch der romantischen Liebe und Zweisamkeit, oder der Liebe zur Natur und zur Heimat, dem Rheinischen Revier.

Ein Museum für die Liebe wird eine positives Alleinstellungsmerkmal für das Rheinische Revier sein und vor allem wird das soziale Zusammenleben weiter unterstützen. Dies geschieht einmal dadurch, dass die Menschen aus der Region aktiv einbezogen werden, als auch, dass ein Impuls der Liebe vom Rheinischen Revier in die Welt gesandt wird und dass wird die Menschen stolz auf sich und ihre Region machen.

Gerne sende ich Ihnen mein Konzept.

Herzliche Grüße
Hans-Georg Renner

Moderationskommentar

Guten Tag Herr Renner,

vielen Dank für Ihren Beitrag.
Damit ein möglichst produktiver Dialog in Bezug auf diesen Entscheidungssatz entstehen kann, ist es hilfreich sich konkreter auf den Inhalt des Entscheidungssatzes zu beziehen. Bitte stellen Sie daher ihre Anmerkungen zu diesem Entscheidungssatz zukünftig etwas genauer dar, so dass alle Teilnehmende des Dialogs Ihren Argumenten zur Entwicklung des Raumes folgen können.

Beste Grüße
Sanja Osieja (Online-Moderation)

Der Ausstieg aus der Braunkohlenverstromung erfordert im Rheinischen Revier eine grundsätzliche neue Ausrichtung. Der Bevölkerung, der Region und den Kommunen müssen bis 2038 neue Perspektiven aufgezeigt werden. Die Neuausrichtung sowie Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen benötigt die vorgesehene Zeit 2038. Hierbei müssen verschiedenste Optionen – wie in der Leitentscheidung ausgeführt – bewertet und deren Folgen abgewogen werden. Diese aktive Einbeziehung der Bevölkerung hilft den Wandel erfolgreich zu vollziehen.

Bei der derzeitigen Diskussion um Raumentwicklung dominieren häufig kurzfristige Interessen, seien es schnell zu errichtende Gewerbegebiete, Biotopverbünde, Waldvernetzungen oder auch Siedlungsentwicklungen. Wesentliche Grundvoraussetzung für langfristig erfolgreiche Entwicklungen in sämtlichen Bereichen ist jedoch die geotechnische Auslegung der Tagebauseen. Die Tagebauseen mit Flächen von mehreren 1.000 ha werden die Region über Jahrtausende, wenn nicht Jahrmillionen prägen und sind unbedingt dauerhaft standsicher auszulegen. Hier dürfen kurzfristige Ziele wie z.B. eine geringere Landinanspruchnahme nicht stärker gewichtet werden als die dauerhafte Sicherheit der Seen.

Durch den Tagebau Garzweiler II werden rund 25 % des Gebietes der Stadt Erkelenz unwiederbringlich zerstört. Diese von der Zerstörung durch den Tagebau betroffenen Agrarflächen gehören zu den wertvollsten Böden Europas. die Ortschaft Keyenberg existiert seit mehr als 1000 Jahren. Im Bereich des Tagebaugebietes befinden sich die Quellen der Niers.
Der langfristige Wert dieses Gebietes ist um Vielfaches höher, als die kurzfristige Energiegewinnung durch die dort lagernde Braunkohle. Daher ist es ökonomischer, das Gebiet zu erhalten. Die räumliche Ausdehnung des Tagebaus Garzweiler II sollte daher durch die Leitentscheidung stark eingeschränkt werden. Fehlende Massen zur Verfüllung des Restlochs können von der Allrather Höhe genommen werden.

Durch die Umsetzung des Kohleausstiegs geht auch eine beschleunigte Veränderung des Raums einher. Es ist richtig, dass die Landesregierung sich damit nun intensiv auseinandersetzt und die Optionen und Chancen, die mit dieser räumlichen Veränderung einhergehen, möglichst frühzeitig auslotet. Tatsächlich bleibt hierzu nicht viel Zeit, denn in der räumlichen Planung und Gestaltung ganzer Landschaften sind die verbleibenden Zeiträume (10 bzw. 18 Jahre) nicht gerade als üppiger Zeitraum zu betrachten. Wichtig ist, dass die Vorgaben des Kohleverstromungsbeeendigungsgesetzes nun Bestand haben und auch 1:1 umgesetzt werden, damit hier auch eine klare und nachhaltige Planungsgrundlage besteht.

Der neue LEP NRW ist zu begrüßen, weil er eine etwas flexiblere Flächenentwicklung erlaubt. Allerdings zeigt sich in der Realität der Entwicklung interkommunaler Flächen bei beiden beteiligten Bezirksregierungen ein sehr statisches, starres Vorgehen. Gewerbeentwicklungen prägen eine Region für Jahrzehnte. Dies muss jetzt möglich gemacht werden. Hier sollte die Leitentscheidung wirklich klare, neue, menschenfreundliche Leitlinien der Flächenentwicklung vorgeben.

Die bewohnten Dörfer und fruchtbare Böden um Garzweiler müssen erhalten bleiben. Der längst entstandene Schaden muss schnellstmöglich rekultiviert werden und der Landwirtschaft zurückgegeben werden bzw. aufgeforstet werden.

Moderationskommentar

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Wir sind erfreut über die sehr rege Beteiligung auf dieser Plattform zur Leitentscheidung Braunkohle.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsbeteiligung die 14 Entscheidungssätze des Entwurfs der neuen Leitentscheidung stehen.
Hier ist das Land an allgemeinen, sachorientierten Stellungnahmen zum Inhalt der einzelnen Entscheidungsätze interessiert, nicht an Korrekturen einzelner Formulierungen oder an grundsätzlichen Beiträgen, die sich nicht auf die Entscheidungssätze beziehen.

Es ist auch möglich, Stellungnahmen einzureichen, die sich nicht auf einen konkreten Entscheidungssatz des Dokuments, sondern auf ein Thema oder auf das ganze Dokument beziehen.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine Konsultation. Das heißt, es wird um Feedback gebeten. Es ist nicht vorgesehen, fachliche Fragen an die zuständigen Behörden zu stellen.
Dennoch bemühen wir uns bei grundlegenden Verständnisfragen zum Entwurfstext, diese in Absprache mit dem Ministerium zu beantworten, um eine informierte Grundlage zur Beteiligung zu schaffen.
Dies kann jedoch mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bitte konsultieren Sie bei etwaigen Fragen zum Verfahren und dem Entwurfstext der Leitentscheidung zunächst die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen und "Häufige Fragen"

Wir bitten um Ihr Verständnis,
Ihr Moderationsteam

Gut, dass die 3 Tagebauumfeldinitiativen als wichtige Akteure benannt und so deren Arbeit anerkannt und gewürdigt und dass seitens der Landesregierung Unterstützung zugesagt wird. Leider wird nicht weiter konkretisiert, welcher Art diese Unterstützung sein soll.

Die zerstörten Flächen müssen so rasch wie möglich renaturiert werden. Angesichts von Klimakrise und Artensterben ist eine andere Nutzung nicht hinnehmbar.

Zu Entscheidungssatz 1:
Die Unterstützung neuer Zukunftsräume für Region und Kommunen ist zu begrüßen. Um die städtebaulichen Planungen der Kommunen in Einklang mit den Planungen zur Tagebaufolgelandschaften zu bringen, bedarf es belastbarer Rahmenbedingungen inkl. abgestimmter Zeitpläne für die Folgelandschaften. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Zeitraum von 15-18 Jahren schon die normale Geltungsdauer eines üblichen Flächennutzungsplanes unterschreitet. Insofern muss die anstehende Leitentscheidung abschließende Klarheit für alle Beteiligte schaffen. Eine unklare Leitentscheidung ohne heutige feste Rahmensetzungen für die Tagebaufolgelandschaften würde keine „Optionen für die Zukunft“ schaffen, sondern schon heute erhebliche städtebauliche Fehlentwicklungen vorprogrammieren oder erzeugen.

Es sollte eine Uferausbildung gewählt werden, die den Erholungs- und Freizeitraum möglich macht. Unter Umständen auch kleine Sportboothafen ausbilden.

Zum einen will die Landesregierung die interkommunale Zusammenarbeit „rund um die Tagebaue weiter unterstützen“ und zum anderen sollen bei weiteren „Planungsleistungen“ die „relevanten örtlichen Akteure frühzeitig“ beteiligt werden. Die Formulierungen sind zu vage und unbestimmt. Die Landesregierung sollte hier aufgefordert werden, konkret zu beschreiben, wie sie die interkommunale Zusammenarbeit unterstützen will und wie die frühzeitige Beteiligung relevanter örtlicher Akteure umgesetzt werden soll. Dem Zweckverband Landfolge sollte hier eine besondere (koordinierende Rolle) eingeräumt werden.

Es muss festgelegt werden, wer mit den "relevanten örtlichen Akteuren" genau gemeint ist. In jedem Fall sind auch die Bürger vor Ort an den Planungen zu beteiligen.
Die Landesregierung muss konkret beschreiben, wie sie die interkommunale Zusammenarbeit unterstützen will und wie die frühzeitige Beteiligung relevanter örtlicher Akteure umgesetzt werden soll.

Der Entscheidungssatz bleibt absolut vage in Bezug auf die inhaltliche Ausrichtung der neuen Nutzungen. Damit vergibt er die Chance auf eine aktive Gestaltung im Sinne der Agenda 2030. So ist geplant, eine „Internationale Bau- und Technologieausstellung“ durchzuführen - oder als Dauereinrichtung zu installieren? Unklar bleibt, was sich dahinter verbergen soll: eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Region, die auch die dreckigen Seiten ernsthaft zeigt? Eine Verkaufsveranstaltung? Eine Nachnutzung, die RWE noch eine Vergütung ihrer abgeschriebenen Bagger etc. sichert? Leider bietet die Inhaltsleere der Beschreibung keinerlei Grundlage für Zuversicht, dass es auch eine Nachhaltigkeit mehr als ein modisches Schlagwort sein soll.

Zur Zukunftsplanung des Rheinischen Braunkohlereviers.

Statt in einem Übereifer mit sich überschlagenden innovativen Leuchtturmvisionen zu übertrumpfen, sollte man doch einmal daran erinnern, was da eigentlich an unglaublichen Umweltschäden und Zerstörungen angerichtet wurden, bloß um eine Stromenergie zu produzieren, deren größter Teil unwiederbringlich längst verbraten ist, während die Schäden bestehen.
Vor allem sollte man die Betreiber zur Verantwortung ziehen, das riesige Loch wieder herzurichten und zerstörte, Jahrhunderte alte Strukturen wieder aufzubauen.
RWE darf nicht nach dem Motto: „zuschlagen und abhauen“, aus seinen Verpflichtungen der Umwelt gegenüber, entlassen werden, und sollte gefälligst den Ort so verlassen, wie man ihn vorgefunden hat, ganz so, wie es sich für jeden Toilettenbesucher geziemt.
Doch was ist das für eine Politik, die nicht nur solche Zustände duldet, sondern den Raubbau auch noch subventioniert, nach dem Motto: zuschlagen lassen, abhauen lassen und noch mit Geld hinterher laufen. Und obendrauf kann dann die Allgemeinheit die Aufräumdienste leisten.
Klar, da ist es das einfachste und billigste, das Loch bloß mit Wasser volllaufen zu lassen. Deshalb wird auch in den höchsten Tönen von paradiesischen Seenlandschaften geschwärmt. Die reellen Probleme die dabei auftreten, kann man in abgehalfterten Tagebauten in Ostdeutschland sehen.
Die Herstellung von dystopisch anmutenden, verwüsteten Landschaften ist definitiv keine Aufbauarbeit. Der Abbau ist eine Degradation. Und das hat gefälligst RWE wieder zu richten und zwar aus seinen Rückstellungen und Profiten. Angesichts des mit einem stupiden Verbrennen von Rohstoffen mitverursachten Klimawandels ist eine Renaturierung das mindeste was zu tun ist, damit Schadstoffe wieder aus der Atmosphäre entnommen werden.
Wir brauchen nicht dauernd neue angeblich „zukunftsweisende“ Wohn- und Gewerbegebiete. Davon haben wir längst mehr als genug. Zukunftsweisend und innovativ stelle ich mir eine natürlichere, grüne und gesündere Welt vor. Die gilt es wiederherzustellen und zwar ganz in dem Sinne, wie das Hintergrundfoto „Neue Perspektiven“ auf Ihrer Eingangs-Web-Seite zeigt. Offenbar sind unsere Vorstellungen also gar nicht weit voneinander entfernt.
Auch für diese Art echten Wiederaufbaus erfordert es übrigens eine Menge an Arbeitsplätzen.

Wir regen an, dass es sich bei der Verbindung der ehemaligen Tagebauflächen mit dem umgebenen Raum um infrastrukturelle Verbindungen, Erreichbarkeiten von Freizeitangeboten, öffentlichen Einrichtungen, Kulturangeboten, Arbeitsplätzen und sozialen Kontakten handelt. Des Weiteren soll die Bevölkerung in den Planungsprozess einbezogen werden und die Rolle der Initiativen konkretisiert werden. Den interkommunalen Einrichtungen soll ein Mitentscheidungsrecht und nicht nur eine beratende Funktion eingeräumt werden.

Angesichts der verheerenden Aussichten auf Klimakrise und Artensterben ist eine vollständige Renaturierung der zerstörten Tagebauflächen oberstes Gebot. Für eine Gesellschaft, die mit Flächenfraß ihre Lebensgrundlagen zerstört, ist der Punkt erreicht, an dem grundsätzlich neu nachgedacht werden muss über Landnutzung. Die vollständige Renaturierung wäre das notwendige Aufbruchssignal, mit dem deutlich gemacht werden könnte, dass die Verschwendung von lebensnotwendigen Naturressourcen gestoppt wird.